Wirtschaft

Rettungsaktion für Griechenland Gefeilsche hinter den Kulissen

2p2k0025.jpg3992328669740543360.jpg

Zahlen lügen nicht: Griechenland muss kräftig sparen.

(Foto: dpa)

In der Bundesregierung ist nach Angaben aus Koalitionskreisen noch nicht definitiv entschieden, wie Griechenland bei seinen Haushaltsproblemen geholfen werden könnte. "Das ist noch nicht abschließend geklärt", sagte ein Teilnehmer eines Treffens des Unions-Fraktionsvorstandes mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin.

Zurzeit würden verschiedene Vorstellungen diskutiert, was man machen könnte, sagte er weiter. Es liefen national und international Gespräche zu dem Thema.

Nach Medieninformationen sind Deutschland und andere Euro-Länder prinzipiell bereit, Griechenland bei seinen Haushaltsproblemen zu helfen. Allerdings ist noch nicht klar, wie diese Hilfe aussehen könnte. In Koalitionskreisen hieß es, auf jeden Fall würden Hilfen mit harten Auflagen verbunden. Damit soll der Druck auf das Land erhalten bleiben, seine Budgetprobleme durch Reformen in Eigenregie zu lösen. Die Haushaltsprobleme des Landes lasten seit Tagen auf dem Euro.

Aus Berliner Koalitionskreisen hieß es, möglicherweise könnte es am Rande des EU-Gipfels in Brüssel zu einer Vereinbarung kommen, welche Länder in welchem Umfang zu Hilfen bereit seien. Die eigentliche Unterstützung würde dann aber bilateral erfolgen, weil der EU-Vertrag gemeinschaftliche Hilfen für ein Mitgliedsland mit Haushaltsproblemen ausschließe. Ein anderer Parlamentarier sagte, zurzeit werde in der Regierung über alles Mögliche gesprochen, von einem Kauf griechischer Staatsanleihen bis hin zu Bürgschaften für Schuldverschreibungen des Landes.

Trichet mit eingebunden

Im Ringen um eine Lösung für das hoch verschuldete Griechenland hat das Bundesfinanzministerium laut "Wall Street Journal" mit EZB-Präsident Jean-Claude Trichet beraten. Deutschland habe mit Trichet über Kreditgarantien für Griechenland und andere in Finanznöte geratene Länder Europas gesprochen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise.

Demnach könnte Deutschland eine führende Rolle bei Garantien für Griechenland anpeilen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Roubini lobt europäische Pläne

Der amerikanische Starökonom Nouriel Roubini bezeichnete europäische Pläne zur Unterstützung Griechenlands als "Schritt in die richtige Richtung". Ein Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) wäre langfristig aber sinnvoller, sagte Roubini gegenüber Reuters Insider TV. Die Kreditvergabe des IWF sei mit Auflagen verbunden. Kreditgarantien seien nicht so einfach an Bedingungen zu knüpfen. "Entweder man gibt sie, oder man gibt sie nicht", sagte Roubini, der berühmt wurde, weil er als einer der ganz wenigen seiner Branche die Finanzkrise vorhergesagt hatte.

Nach Ansicht der Ratingagentur Moody's leiden Portugal und Spanien nicht unter ähnlich hohen Defizitproblemen wie Griechenland. Diese beiden Staaten bräuchten keine Hilfen, sagte Pierre Cailleteau, Chef der Abteilung für Länderratings.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema
23.05.09