Wirtschaft

"Das sind nicht unsere Schulden" Griechen pfeifen auf Sparpläne

Die griechische Regierung kämpft gegen horrende Schulden sowie den wachsenden Unmut der Bürger, die dafür gerade stehen sollen. Beides im Moment mit mäßigem Erfolg. Seit über 20 Tagen wird auf dem Athener Syntagma-Platz protestiert. Für Mittwoch rufen die beiden größten Gewerkschaften zu einem landesweiten Streik auf.

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Die Griechen pfeifen auf die Sparanstrengungen ihrer Regierung.

(Foto: REUTERS)

Aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung stehen in Griechenland am Mittwoch erneute Streiks an: Züge, Fähren, Ministerien und staatliche Unternehmen wie die Elektrizitätsgesellschaft sowie viele Banken sollen für 24 Stunden bestreikt werden. Die Tourismusbranche soll darunter aber nicht direkt leiden. Die Fluglotsen werden nicht am Streik teilnehmen, wie ihre Gewerkschaft mitteilte.

 Zu den Streiks haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des privaten (GSEE) und des staatlichen Sektors (ADEDY) aufgerufen. Auch die hauptsächlich über das Internet organisierte Bewegung der sogenannten "Empörten Bürger" will am Streik teilnehmen.

Die "Empörten" wollen alle Zufahrtsstraßen zum Parlament in Athen sperren. Sie demonstrieren seit mehr als 20 Tagen täglich vor dem Parlament und beschimpfen die Politiker des Landes als "Diebe und Verräter". Am Streik sollen auch die Journalisten teilnehmen. Aus diesem Grund soll es keine Nachrichten im Radio und Fernsehen geben.

"Diebe, Diebe"

Der Schuldensünder Griechenland steht vor dem Bankrott. Wenn bis Mitte Juli kein Geld kommt, ist das Land pleite, hatte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou wiederholt gesagt. Am Pfingstsonntag potestierten in Athen allein über 20.000 Griechen gegen die Sparpolitik der Regierung. Die Protestierenden versammelten sich vor dem Parlamentsgebäude und riefen "Diebe, Diebe".   

"Unsere Stimme muss überall laut gehört werden", schrieb die Gruppe der Demonstranten in einer Erklärung. "Es können nicht ganze Völker geopfert werden, um eine Gefährdung von Kreditgebern zu vermeiden. Das sind nicht unsere Schulden und wir bezahlen sie nicht", erklärten sie mit Blick auf die Rekordverschuldung des griechischen Staates in Höhe von 350 Mrd. Euro. Die Demonstranten riefen zu einer europaweiten "Erhebung" auf.

Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreous plant eine neue Sparrunde mit Steuererhöhungen, Privatisierungen und Ausgabenkürzungen. Durch diese soll der Haushalt um zusätzlich 6,4 Mrd. Euro entlastet werden. Die Sparmaßnahmen sind Bedingung für weitere Finanzhilfen der internationalen Geldgeber.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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