Wirtschaft

Mit ETFs am Ball bleiben - Teil fünf Grüne Rendite gefragt

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Nicht nur die Rendite, sondern auch das gute Gewissen spielt für viele Anleger eine Rolle.

dpa

Wer sein Depot nicht nur nach Renditen ausrichten will, kann seine Investments anhand ökologischer und ethischer Kriterien auswählen. ETFs bieten hierfür Lösungen an, aber Nachhaltigkeit alleine ist keine Garantie für gute Performance.

Auch wenn das Volumen noch recht moderat ausfällt, gibt es verschiedene Möglichkeiten mit ETFs nachhaltig zu investieren. "Nachhaltige Investments sind ein weites Feld", erklärt Michael Schneider, Head of ESG Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM). "Viele Anbieter von ETFs, Fondsgesellschaften und Banken, orientieren sich an ökologischen und sozialen Aufnahmekriterien, für die sich der Begriff der sogenannten ESG-Kriterien etabliert hat". ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance).

Um in einen nachhaltig wirtschaftenden ETF oder Fonds aufgenommen werden zu können, werden die Unternehmen anhand der ESG-Kriterien beurteilt. Das Siegel ist begehrt, denn nachhaltige Unternehmen gelten als langfristig erfolgreich. Sie arbeiten meist effizienter, umweltbewusster und motivieren ihre Mitarbeiter besser.

Rüstung raus, Solar rein

Doch nicht nur die Umwelt und die Motivation sind wichtig, sondern auch der Produktionsgegenstand. "Kritische Branchen, wie die Rüstungsindustrie oder die Betreiber von Atomkraftwerken, können dann ausgeschlossen werden. Aktuell sind dies häufig Unternehmen, die Streumunition herstellen", erklärt Michael Schneider.

Gleichzeitig findet auch eine positive Auswahl statt, indem verstärkt in Branchen investiert wird, die als besonders nachhaltig gelten, wie zum Beispiel die Solarindustrie. Allerdings macht eine Anlage in der Solarindustrie deutlich, dass eine bessere Performance im Vergleich zu anderen Unternehmen nicht zwangsläufig entsteht. Daher gilt es genau hinzuschauen, welche Aktien oder Branchen im Index enthalten sind.

Kleiner Markt

Noch ist der Markt für nachhaltige ETFs überschaubar und daher gut zu beurteilen. Das Sustainable Business Institute (SBI), das Unternehmen, Stiftungen und die Politik in Fragen nachhaltigen Wirtschaftens berät, zählte bis Ende des vergangenen Jahres 19 nachhaltige ETFs. Das verwaltete Vermögen ist aktuell eher eine Randnotiz. Bis Ende 2013 waren in diesen Produkten insgesamt 785 Millionen Euro investiert. Laut SBI lag die Performance der ETFs, die bereits Ende 2012 aufgelegt waren, im vergangenen Jahr zwischen 15 und 48 Prozent.

So bietet iShares seit nun drei Jahren zwei nachhaltige ETFs an, den iShares Dow Jones Global Sustainability Screened sowie den iShares Dow Jones Europe Sustainability Screened. Beide ETFs haben als Ausschlusskriterien Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Schussfeuerwaffen, Streubomben, Landminen sowie Pornografie. Allerdings darf ein Unternehmen bis zu fünf Prozent seines Unternehmens mit Rüstung erzielen. Auch Atomkraft ist erlaubt und Minenbetreiber sind im Universum ebenfalls enthalten. Der iShares Dow Jones Global Sustainability Screened hat mit einem verwalteten Vermögen von 116 Millionen Euro eine für einen nachhaltigen ETF recht ordentliche Größe – sein europäisches Pendant kommt gerade mal auf 25 Millionen Euro. Beide ETFs sind "voll-replizierend", sie nehmen also genau die Aktien auf, die sich nach ihren Nachhaltigkeitskriterien qualifizieren.

Fazit: Das Universum an Nachhaltigkeits-ETFs ist trotz Einschränkungen bei der Titelauswahl groß, weil bestimmte Branchenthemen die Palette erweitern. Brancheninvestments können allerdings, wie das Beispiel Solarenergie zeigt, sehr riskant sein. Daher sollten diese Anlagen grundsätzlich nur einen Teil des Portfolios ausmachen. Auf eine ausreichende Streuung ist auch bei nachhaltigen Investments zu achten.

Quelle: n-tv.de

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