Wirtschaft

Größte Einzelinvestition Infineon will neues Werk in Dresden bauen

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Infineon will die Fertigungskapazitäten massiv ausbauen.

(Foto: REUTERS)

Mit Milliarden fördern EU und Bund den Ausbau der Chipindustrie. Nun kündigt Infineon eine neue Produktionsstätte in Dresden an - vorausgesetzt, Fördergelder fließen. Zur Untermauerung schickt das Unternehmen gleich eine optimistische Langfristprognose mit.

Der Chiphersteller Infineon baut für fünf Milliarden Euro ein neues Werk in Dresden. Die 300-Millimeter -Fertigungskapazitäten für Analog- und Mixed-Signal-Chips sowie bei Leistungshalbleitern sollten damit ausgeweitet werden, teilte das Unternehmen in München mit. Es handle sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Damit könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen. Der Aufsichtsrat habe dem Ausbau der Produktion zugestimmt. "Geplanter Fertigungsstandort ist Dresden, vorbehaltlich angemessener öffentlicher Förderung", hieß es in der Mitteilung. Die Fabrik könne im Herbst 2026 in Betrieb gehen.

Infineon
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach von einem Zukunftsversprechen. "Mikroelektronik ist die Schlüsseltechnologie. Sachsen hat über Jahrzehnte diese Zukunftsindustrie durch Investitionen in die Wissenschaft gefördert", sagte der CDU-Politiker.

Im Februar hatte die EU den "European Chips Act" auf den Weg gebracht. Er ermöglicht milliardenschwere Subventionen aus öffentlicher und privater Hand in der Europäischen Union. Der US-Chiphersteller Intel hatte daraufhin beschlossen, für 17 Milliarden Euro ein Chip-Areal in Magdeburg zu bauen. Allein vom Bund kommen fast sieben Milliarden Euro an Hilfen. Im Oktober hatte "Capital" berichtet, der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC treibt Pläne für eine eigene Fertigung in Deutschland voran und erwägt ebenfalls den Bau eines Werkes in Dresden.

DAX-Konzern schraubt Erwartungen hoch

Zugleich schraubte der Münchner Halbleiterhersteller seine langfristigen Wachstumsziele nach oben. Die Erlöse sollen künftig um mehr als zehn Prozent pro Jahr zulegen, das ist ein Prozentpunkt mehr als bislang vorhergesagt. Die Automobil-, Industrie- und Erneuerbare-Energien-Märkte, die Infineon hauptsächlich mit seinen Chips beliefert, zeigten "eine zunehmende Dynamik und dauerhaft starke Wachstumsfaktoren", begründete das Unternehmen die Investition und die Erhöhung seiner Ziele. Die operative Umsatzrendite (Segmentergebnis-Marge) soll mit 25 (bisher: 19) Prozent deutlich höher liegen als bisher erwartet.

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Schon für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende September) rechnet Infineon mit einer Marge von 24 Prozent, der Umsatz soll auf 15,5 Milliarden Euro mit einer Spanne von 500 Millionen in beide Richtungen steigen. "Das gerade begonnene Geschäftsjahr 2023 ist gut gestartet", sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck. Dennoch sei angesichts der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten Wachsamkeit geboten.

2022 schnellte der Umsatz auf Jahressicht um 29 Prozent nach oben auf 14,2 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis verbesserte sich um 63 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten klar. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr 32 Cent pro Aktie bekommen - 5 Cent mehr als im Vorjahr. Die Aktie stieg nach den Zahlen deutlich.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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