Wirtschaft

Konsumklima steigt trotz Skepsis Inflationsangst treibt Kauflaune in die Höhe

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Auch wenn die Menschen mehr kaufen: Bezüglich der allgemeinen konjunkturellen Lage herrscht wenig Zuversicht.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Noch trotzt das Konsumklima der zunehmenden Inflation. Denn aus Sorge, später höhere Preise zu bezahlen, ziehen die Bundesbürger derzeit viele Anschaffungen vor. Perspektivisch droht sich die wirtschaftliche Erholung aber hinauszuzögern.

Die Menschen in Deutschland geben derzeit Geld aus, weil sie Angst vor einem Preisauftrieb haben. Das ist ein Ergebnis der neuesten Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK. Das von der GfK ermittelte Konsumklima steigt in der Folge im November auf 0,9 Punkte. Das ist der höchste Wert seit April 2020, als nach dem Schock des ersten Lockdowns in der Corona-Pandemie die Konsumstimmung wieder angestiegen war. Vor der Pandemie hatte das Konsumklima allerdings monatelang Werte um die zehn Punkte erreicht.

Die abgeschwächten Erwartungen hinsichtlich der Einkommen der privaten Haushalte und der allgemeinen Konjunktur vermochten die derzeitige positive Grundstimmung nicht zu beeinträchtigen. Im Vergleich zum Vormonat habe sich insgesamt noch einmal eine leichte Verbesserung ergeben.

"Die Bundesbürger erwarten offenbar noch weitere Preissteigerungen. Deshalb halten sie es für ratsam, Anschaffungen vorzuziehen, um noch höhere Preise zu vermeiden", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Mit dem Anstieg im November "trotzt die Konsumstimmung der zunehmenden Inflation", so Bürkl. "Sollte sich der Preisauftrieb verstetigen, würde das allerdings zu einer Belastung für das Konsumklima führen und eine grundlegende Erholung dürfte sich weiter verzögern", betonte er.

Chipmangel bereitet Sorge

Während die Anschaffungsneigung derzeit steige und die Sparneigung sinke, wachse bei den Menschen auch die Skepsis bezüglich des Einkommens der Haushalte und bezüglich der allgemeinen konjunkturellen Lage. Letzteres sei vor allem bedingt durch die Produktionsausfälle etwa in der Autoindustrie. Dort fehlen wichtige Rohstoffe wie Computerchips - teilweise läuft die Produktion nur noch auf Sparflamme, die Mitarbeiter befürchten Kurzarbeit.

Insgesamt liege die Konsumstimmung aber noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. "Das gute Niveau belegt, dass die Verbraucher zuversichtlich bleiben, was die Erholung der deutschen Wirtschaft anbelangt", sagte Konsumforscher Bürkl. Die GfK-Forscher haben für die Studie zwischen 30. September und 11. Oktober 2000 Verbraucherinterviews geführt. Die Studie ist Teil einer Langzeit-Untersuchung, die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt die GfK monatlich Interviews mit Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung. Für die aktuelle Erhebung wurden vom 30. September bis zum 11. Oktober rund 2000 Menschen befragt. Der Konsum gilt als eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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