Wirtschaft

Dividende hoch, Analysten zufrieden Investmentbanking rettet UBS

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Schweizer Großbank zeigt der US-Konkurrenz, wie sich mit Investmentbanking Geld verdienen lässt.

(Foto: REUTERS)

Während die US-Großbanken im abgelaufenen Jahr über das schwache Anlagegeschäft mosern, zeigt die Schweizer UBS, wie man das macht. Das Ergebnis hilft dem Konzerngewinn deutlich auf die Sprünge - trotz hoher Rückstellungen.

Die Schweizer Großbank UBS kann die Verlustscharte des Vorjahres wieder auswetzen - mit einem Milliardengewinn im Investmentbanking. Das größte Schweizer Finanzinstitut, das 2012 noch einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken eingefahren hatte, erzielte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Konzerngewinn von 3,2 Milliarden Franken (2,6 Milliarden Euro). "Wir haben im Berichtsjahr die meisten Leistungsziele übertroffen", sagte Konzernchef Sergio Ermotti.

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Rückstellungen für "Rechtsfälle, regulatorische und ähnliche Angelegenheiten" schmälerten den Gewinn. UBS musste im letzten Jahr 1,7 Milliarden Franken zurückstellen. Auch 2014 rechnet die Bank mit erhöhten Belastungen. Nennenswerte neue Rückstellungen kamen in Schlussquartal nicht hinzu. Im Skandal um Devisenmarktmanipulationen gehen die internen Untersuchungen weiter.

Die Aussichten beurteilt die Bank generell vorsichtig. Die unsichere weltwirtschaftliche Lage könnte sich als Bremse für die Einnahmen und beim Zufluss von neuem Geld in der Vermögensverwaltung erweisen, erklärte UBS. Die in einem ersten Quartal übliche Belebung des Geschäfts könnte teilweise ausfallen, erklärte die Bank.

Investmentbanking läuft

Den größten Beitrag zum Vorsteuergewinn lieferte das Investmentbanking, also einen Bereich, den UBS drastisch zurückgefahren hat, um Eigenkapital einzusparen und die Risiken zu senken. Die Sparte, die 2012 noch die größte Verlustquelle bildete, kam auf einen bereinigten Gewinn von 2,5 Milliarden Franken. Vor allem im Beratungs- und im Aktiengeschäft stiegen die Einnahmen.

Dicht dahinter mit einem um 17 Prozent auf 2,4 Milliarden Franken erhöhten Vorsteuergewinn lag das Vermögensverwaltungsgeschäft. Mit 35,9 Milliarden Franken brachten vor allem reiche und superreiche Kunden aus Asien fast zehn Milliarden mehr neues Geld zu der Bank. Der Geldabzug europäischer Kunden ging zurück. Die Bruttomarge blieb stabil bei 85 Basispunkten.

Das Ergebnis sei solide, aber nicht glänzend ausgefallen, erklärte ein Analyst der Deutschen Bank in einem ersten Kommentar.

Höhere Dividende

Ihre harte Kernkapitalquote verbesserte UBS um drei Prozentpunkte auf 12,8 Prozent. UBS kam in die Nähe der Marke von 13 Prozent, ab der die Bank 50 Prozent oder mehr des jährlichen Gewinns an die Aktionäre ausschütten will. Dieses Jahr soll die Dividende um rund zwei Drittel auf 0,25 Franken steigen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 30 Prozent.

Die Dividendenerhöhung sei eine positive Überraschung, hieß es bei Barclays. Der Bonuspool für die Mitarbeiter wächst um 28 Prozent. Damit werde der Abstand zur marktüblichen Bezahlung reduziert, erklärte UBS. Der Aktienkurs legte in einem negativen Marktumfeld gegen den Trend deutlich zu - um 3,5 Prozent.

Bei dem im vergangenen Herbst von der Bankenaufsicht Finma verfügten Zuschlag auf die Bewertung der operationellen Risiken konnte UBS mit den eidgenössischen Aufsehern eine neue Berechnungsmethode aushandeln. Danach müssen die Bilanzrisiken (RWA) um 22,5 Milliarden Franken erhöht werden. Ursprünglich hatte die Finma etwa fünf Milliarden Franken mehr verlangt.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/DJ

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