Wirtschaft

Verhandlungs-Aus bestätigt Kaiser's Tengelmann steht vor Zerschlagung

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Mehr als 15.000 Beschäftigte bangen um ihre Jobs.

(Foto: dpa)

Dramatische Wende im Tauziehen um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann: Die Verhandlungen zwischen den beteiligten Unternehmenschefs sind nach Angaben von Rewe und Edeka gescheitert. Die Supermarktkette steht vor der Zerschlagung.

Die Gespräche über die Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann sind gescheitert. Nun steuert die Kette mit über 15.000 Beschäftigten auf die Zerschlagung zu. Rewe und Edeka gaben sich gegenseitig die Schuld für das Ende der Verhandlungen.

Rewe-Chef Alain Caparros war der erste, der die Verhandlungen für geplatzt erklärte. Zugleich legte er ein erweitertes Angebot an Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub vor, wie Rewe mitteilte. Auch die Edeka-Gruppe bestätigte das Scheitern: "Leider haben die Gespräche mit Rewe keine Lösung gebracht", hieß es in einer Mitteilung.

Edeka machte den Kölner Rivalen für das Scheitern der Gespräche verantwortlich. "Edeka war zu extrem weiten Zugeständnissen bereit, um der Belegschaft von Kaiser's Tengelmann ab sofort eine sichere Zukunft zu bieten", erklärte Edeka. Edeka wollte Kaiser's Tengelmann übernehmen, dabei hatte es aber massive Probleme gegeben.

Rewe bietet Komplettübernahme an

Rewe sei bereit, Kaiser's Tengelmann als Ganzes zu übernehmen, erklärte Caparros. "Herr Haub muss nun entscheiden, ob er diese Chance noch ergreifen will oder seine nun seit zwei Jahren dauernde Verweigerungshaltung fortsetzt", sagte der Rewe-Boss: "Es gab und gibt bis jetzt kein ernsthaftes, überprüfbares und rechtlich umsetzbares Angebot an Rewe für eine konstruktive Lösung." Rewe könne die Klage gegen die Ministererlaubnis nicht ohne einen fairen Interessenausgleich zurückziehen, betonte er.

Kaiser's Tengelmann stehe nun vor der Zerschlagung, Tengelmann-Eigner Haub habe bereits entsprechende Gespräche geführt, erklärte Caparros. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat Haub in einer E-Mail an Verdi-Chef Frank Bsirske die Zerschlagung der Supermarktkette für kommende Woche angekündigt. Haub hatte Kaiser's Tengelmann eigentlich an Edeka verkaufen wollen, das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte dem aber einen Riegel vorgeschoben.

Einigung war für kommende Woche geplant

Die Chefs der großen Supermarktketten Edeka, Rewe, Tengelmann, Norma sowie die Handelskooperation Markant hatten sich der Gewerkschaft Verdi zufolge bei einem Spitzentreffen in der vergangenen Woche eigentlich auf das Ziel verständigt, die Ministererlaubnis für die Komplett-Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka doch noch umzusetzen.

Die Edeka-Konkurrenten Rewe, Norma und Markant sollten dazu ihre juristischen Beschwerden gegen die Sondererlaubnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zurücknehmen. Bis zum 17. Oktober solle eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, hatte die Gewerkschaft Verdi weiter mitgeteilt.

Früher am Tag berichtete bereits die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Beteiligte, das Schicksal von Kaiser's Tengelmann mit mehr als 15.000 Beschäftigten hänge am seidenen Faden. Es sei mehr als fraglich, ob sich die Parteien doch noch zusammenraufen könnten.

Quelle: n-tv.de, shu/rts/DJ/dpa/AFP

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