Wirtschaft

Schwere Zeiten für Zeitarbeitsbranche Krise setzt massiv zu

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Boom der Zeitarbeitsbranche findet ein jähes Ende. Grund sind unter anderem die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise. Durch die Einführung von Lohnzuschlägen verteuert sich die Zeitarbeit auch erheblich.

Die Zeitarbeitsbranche rechnet nach einer DIHK-Umfrage mit einem drastischen Geschäftsrückgang. Neben der Euro-Krise und der eingetrübten Weltkonjunktur mache die Branche dafür die verantwortlich, zitierte die "Welt" aus der Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Diese Zuschläge verteuerten ab November die Zeitarbeit erheblich. In der Metall- und Chemiebranche haben die Tarifpartner vereinbart, dass Zeitarbeiter nach einer bestimmten Frist Zuschläge bekommen, die den Abstand zu den Löhnen der Stammbelegschaften in den entleihenden Firmen verringern sollen.

Der Umfrage zufolge rechnen 40 Prozent der befragten Unternehmen mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Im Frühsommer seien es noch 13 Prozent gewesen. In kaum einer anderen Branche würden die Aussichten derzeit so negativ bewertet. Jeder dritte Betrieb geht demnach davon aus, dass er Stellen streichen wird.

"Gerade für Arbeitslose und gering Qualifizierte sinken dadurch die Jobchancen", kritisierte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer, Achim Dercks, dem Blatt zufolge. Gerade ihnen biete die Zeitarbeit die Gelegenheit zum Einstieg in die Arbeit.

Der Umfrage zufolge sehen sechs von zehn Zeitarbeitsfirmen in den Arbeitskosten eine ernste Gefahr für ihre Entwicklung. In der Gesamtwirtschaft ist es ein Drittel der Firmen. Auch mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zeigen sich die Zeitarbeitsfirmen skeptisch: 58 Prozent sehen darin ein Geschäftsrisiko, branchenübergreifend sind es 42 Prozent.

Quelle: ntv.de, rts