Wirtschaft

Konflikt mit irakischer Regierung Kurden wollen Ölexporte erhöhen

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Kurdische Peschmerga-Kämpfer in Kirkuk.

(Foto: dpa)

Die irakischen Kurden haben im irakischen Norden mehrere Ölfelder erobert. Sie beanspruchen einen Teil der Einnahmen für sich. Die Regierung Maliki spricht den Kurden allerdings das Recht auf eigene Ölexporte ab.

Nach der Eroberung mehrerer Ölfelder wollen die irakischen Kurden die Erdölexporte aus den von ihnen kontrollierten Gebieten deutlich erhöhen und riskieren damit einen Konflikt mit der Zentralregierung in Bagdad. Die Ausfuhren könnten bis Ende 2015 verachtfacht werden, sagte der Rohstoffminister der im Nordirak gelegenen Autonomen Region Kurdistan, Aschti Haurami, in einem Reuters-Interview.

Vor zwei Wochen hatten kurdische Kämpfer nach Gefechten mit den Isis-Dschihadisten mehrere Ölfelder unter ihre Kontrolle. Die Anlagen rings um Kirkuk waren monatelang von den Exporten abgeschnitten. Sunnitische Rebellen hatten die Hauptpipeline in die Türkei zerstört und alle Arbeiter und Ingenieure, die sie reparieren wollten, bedroht. Haurami sagte, der einzig vernünftige Weg, die Exporte wieder aufzunehmen, sei, das Ölfeld Kirkuk mit einer separaten Leitung zu verbinden, die von Kurden betrieben und bewacht werde.

"Wir rechnen damit, dass wir eine Million Barrel pro Tag bis Ende nächsten Jahres exportieren können, einschließlich Rohöl aus Kirkuk", sagte Haurami. Die kurdische Führung werde die Einnahmen mit der Zentralregierung in Bagdad teilen. "Wir wollen mit Bagdad auf Basis der Verfassung zusammenarbeiten, und sie werden ihren Anteil an den Ölexporten aus Kirkuk erhalten."

"Der Irak vor Mossul ist verschwunden"

Die vom Schiiten Nuri al-Maliki geführten Regierung in Bagdad lehnt eigene kurdische Ölexporte allerdings ab und argumentiert, diese verstießen gegen die Verfassung. Eine Steigerung der Ölausfuhren durch die Kurden verschöbe das Kräfteverhältnis im Irak erheblich. Die Führung in Bagdad müsste dann die kurdische Regierung um Mittel bitten und nicht umgekehrt.

Der Fall der Metropole Mossul im Norden an die islamistischen Isis-Rebellen habe die Situation erheblich verändert, argumentierte Haurami. "Rohstoffe und Einnahmen müssen geteilt werden. Aber der Irak vor Mossul ist verschwunden, und wir haben heute eine neue Realität." Die Kurden ließen sich nichts von einigen wenigen Leuten in Bagdad diktieren, die die Macht zentralisieren, die herumkommandieren und einschüchtern wollten. "Wir brauchen ein föderales System, das auf einer Teilung von Macht und Einnahmen beruht", forderte der kurdische Minister.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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