Wirtschaft

Handelsabkommen nach dem Brexit London widerspricht Trumps Zweifeln

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Mit seiner Kritik war Donald Trump der britischen Premierministerin zum wiederholten Mal in den Rücken gefallen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am Montag meldet der US-Präsident Zweifel an, dass Großbritannien nach dem Brexit noch eigene Wirtschaftsabkommen verhandeln kann. Das Pfund rutscht daraufhin ab. Nun kontert die britische Regierung, der Brexit-Vertrag sei in dem Punkt "sehr klar".

Nach Kritik von US-Präsident Donald Trump am Brexit-Abkommen zwischen London und Brüssel hat sich die britische Regierung zur Wehr gesetzt. Es sei "sehr klar", dass Großbritannien nach dem Brexit in der Lage sein werde, Handelsabkommen rund um den Globus zu schließen, auch mit den USA, heißt es in einer Mitteilung auf der Regierungswebseite. Im mit der EU vereinbarten Brexit-Abkommen sei diese eigenständige Kompetenz deutlich verankert.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,29

Trump hatte zuvor Zweifel geäußert, dass ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien auf Grundlage des ausgehandelten Abkommens möglich sein wird. "Es hört sich nach einem großartigen Deal für die EU an", hatte Trump am Montag in Washington gesagt. Mit Blick auf die Situation der Briten fügte er an: "Wie der Deal aussieht, könnte es sein, dass sie nicht in der Lage sind, mit uns Handel zu treiben, und ich glaube nicht, dass sie das wollen." An den Devisenmärkten sorgte Trumps Statement für Verunsicherung, der Kurs des britischen Pfunds rutschte innerhalb weniger Stunden von einem Niveau von 1,2820 Dollar auf sein Wochentief von 1,2735 Dollar ab.

Mit seinen Äußerungen fiel Trump der britischen Premierministerin Theresa May erneut in den Rücken. Das Parlament in London soll am 11. Dezember über das Abkommen abstimmen. Derzeit ist sehr fraglich, ob May eine Mehrheit dafür zusammenbekommen wird. Bereits bei seinem Besuch diesen Sommer in Großbritannien hatte Trump ungewöhnlich heftige Kritik an Mays Verhandlungsführung geäußert und damit für Verstimmung gesorgt in dem stets als "besondere Beziehung" beschriebenen Verhältnis zwischen London und Washington.

Die britische Regierungschefin ist indessen im Wahlkampfmodus, um die Öffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen und damit den Druck auf die Parlamentarier bei der Abstimmung zu erhöhen. Selbst auf eine TV-Debatte mit Oppositionschef Jeremy Corbyn will sie sich einlassen. Doch sogar loyale Parteifreunde wie Ex-Verteidigungsminister Michael Fallon kritisieren den Deal inzwischen deutlich. Das Abkommen sei "zum Scheitern verurteilt" und biete "das Schlechteste aller Welten", sagte Fallon der BBC am Montag. Die Kritik des US-Präsidenten könne nicht einfach "weggewischt werden".

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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