Wirtschaft

Ergebnis über Erwartungen Mercedes kontert Probleme mit hohen Preisen

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Die Nachfrage nach der S-Klasse füllte Mercedes die Kassen.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Der Autobauer Mercedes kann bei den Kunden hohe Preise durchsetzen und arbeitet effektiv. Das füllt den Stuttgartern die Kassen. Allerdings bleibt die Gemengelage kritisch. Bleibt eine Verschlechterung aus, sieht sich der Konzern indes gewappnet.

Der Autobauer Mercedes-Benz hat trotz Absatzrückgangs aufgrund von Produktionsausfällen im Winter erneut mehr verdient. "In diesem anspruchsvollen Umfeld sind Widerstandsfähigkeit und Preisdurchsetzung besonders wichtig", sagte Finanzchef Harald Wilhelm. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg im ersten Quartal im Vergleich zum hohen Vorjahresniveau um fast ein Fünftel auf 5,3 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Umsatz des seit Ende 2021 von der Lkw-Tochter Daimler Truck getrennten Konzerns kletterte auf vergleichbarer Basis um sechs Prozent auf 34,9 Milliarden Euro.

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Der seit vergangenem Jahr anhaltende Mangel an Halbleitern bremste die Produktion zum Jahresauftakt. Zudem führte der Krieg in der Ukraine zu Lieferausfällen dort hergestellter Kabelbäume, was auch bei Mercedes die Produktion zusätzlich lähmte. Der Pkw-Absatz der Marke mit dem Stern sank daher von Januar bis Ende März zwar um zehn Prozent, doch hochprofitable Spitzenmodelle wie die Luxuslimousine S-Klasse verkauften sich gut.

Dank hoher Nachfrage kann die Marke mit dem Stern, die Vorstandschef Ola Källenius auf Luxus trimmen will, höhere Preise durchsetzen. Das und anhaltende Kostendisziplin hätten ein starkes Ergebnis trotz heftigen Gegenwinds ermöglicht, sagte Wilhelm.

Die Umsatzrendite der Hauptsparte Mercedes-Benz Cars stieg um gut anderthalb Prozentpunkte auf 16,4 Prozent und übertraf damit die Markterwartung. Im Gesamtjahr soll sie am oberen Ende der angekündigten Spanne von 11,5 bis 13,0 Prozent liegen.

Der Stuttgarter Konzern hat das Russland-Geschäft - so wie alle westlichen Autobauer - nach Ausbruch des Ukraine-Krieges vollständig auf Eis gelegt. Das führte zu einer Belastung von 709 Millionen Euro. Das Unternehmen zahlt zum Beispiel die Löhne der gut 1000 Beschäftigten in seinem Pkw-Werk in Moskau weiter.

Experte: Mercedes hat das beste Momentum

Unter dem Strich kletterte der Gewinn nur um drei Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Der Dax-Konzern wies auf die wachsenden Unsicherheiten aufgrund des Krieges, Störungen der Lieferketten und steigender Rohstoff- und Energiepreise hin. "Eine Eskalation über den aktuellen Stand hinaus könnte erhebliche negative Konsequenzen für die Geschäftstätigkeit von Mercedes-Benz haben", warnte Mercedes, hielt aber an seinem Jahresausblick fest. Absatz von Pkw und Vans sowie der Umsatz sollen leicht steigen, der Vorsteuergewinn auf Vorjahresniveau liegen.

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Mercedes-Benz habe von den traditionellen Autobauern derzeit das beste Momentum und die stabilste Nachfrage, kommentierte Patrick Hummel, Autoanalyst der Bank UBS, vor der Bilanzvorlage. Generell überschatte aber die Unsicherheit über Produktionsausfälle infolge des Ukraine-Krieges und des um sich greifenden Corona-Lockdowns in China die Autoindustrie.

Mit einer Rendite von mehr als 16 Prozent hält die Marke mit dem Stern ein Niveau, das Luxusherstellern mit exklusiver Kundschaft und kleinen Stückzahlen vorbehalten ist. Der US-Elektroautobauer Tesla schnitt im ersten Quartal mit einer operativen Rendite von 19 Prozent noch besser ab. Der deutsche Mercedes-Erzrivale BMW hat nach der UBS-Prognose im Auftaktquartal hingegen deutlich weniger als zehn Prozent vom Umsatz verdient.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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