Wirtschaft

Schmeckt nach Heimat Merkel wirbt für deutsches Bier

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Schmeckt's? Beim Festakt zu 500 Jahren deutsches Reinheitsgebot trinkt Angela Merkel ein Gläschen mit.

(Foto: dpa)

Mit einem Festakt zum 500. Jubliäum ehren deutsche Bierbrauer das Reinheitsgebot. Die Kanzlerin lässt es sich nicht nehmen, ein paar launige Worte zum beliebten Kaltgetränk zu sagen - und macht nebenbei Werbung in eigener Sache.

Das Bier soll die Skepsis der Deutschen gegenüber dem Freihandelsabkommen TTIP wegschwemmen - jedenfalls, wenn es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel geht. Beim Festakt zum 500-jährigen Bestehen des Reinheitsgebots warb Merkel in Ingolstadt dafür, die Zukunft des deutschen Biers durch solch ein "Partnerschaftsabkommen" noch besser zu stellen. Gerade viele mittelständische Brauereien bekämen dadurch Chancen auf dem großen US-Markt.

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Hopfen ist ein wichtiger Benstandteil vom Bier - weiß auch Kanzlerin Merkel.

(Foto: dpa)

In ihrer launigen Festrede zitierte Merkel den Reformator Martin Luther: "Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken." Das deutsche Bier habe "Weltruf". Auch der wachsende Zuspruch zum alkoholfreien Bier sei lobenswert, da es zu wachsenden Möglichkeiten führe - da könnten Konsumenten Bier trinken und auch sonst noch vernünftige Dinge von sich geben. Dass die Zahl regionaler, kleiner Brauereien wieder steige, zeige, dass das Bier einen guten Beitrag zum Heimatempfinden der Deutschen leiste. Viele wollten den Geschmack ihrer Heimat.

Glyphosat? Halb so schlimm

Merkel sprach vor hunderten Brauern und Mälzern aus ganz Deutschland und vielen europäischen Staaten. Besonders viel Applaus erhielt sie zu der in diesem Jahr geführten Diskussion über eine Belastung von Bier mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Damit dies körperlich negative Wirkungen habe, müsse ein Mensch tausend Liter Bier am Tag trinken - da würden vorher ganz andere gesundheitliche Belastungen auftreten, solange es kein alkoholfreies Bier sei.

Bei dem unter anderem vom Deutschen Brauer-Bund ausgerichteten Festakt feierten die Gäste das im Jahr 1516 von zwei Herzögen in Ingolstadt erlassene Reinheitsgebot, das als die älteste, noch heute gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt gilt.

Junge Biertrinker kaufen Dose

Bei der Trinkkultur gibt es offenbar eine Rückkehr zum Dosenbier. Wie die auf Erkenntnisse zum Konsumverhalten spezialisierte Firma Nielsen in Frankfurt am Main mitteilte, wird inzwischen deutlich mehr als jedes vierte Bier in einer Halbliterdose verkauft. Mit einem Marktanteil von inzwischen 28,6 Prozent habe sich das kontiniuerliche Wachstum der vergangenen Jahre fortgesetzt.

Dies liege vor allem an den Discoutern, die immer häufiger auch Markenbiere in Dosen anböten. Besonders bei jungen Biertrinkern werde die Dose bevorzugt. Laut Nielsen liege dies daran, dass sie durch Energydrinks bereits an die Dosen gewöhnt seien. Der Marktanteil der nach wie vor deutlich am stärksten verbreiteten Halbliterflasche habe sich in der Folge von 47,8 Prozent auf 47,2 Prozent verringert.

Quelle: ntv.de, jgu/AFP

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