Wirtschaft

Glyphosat-Klagen als Risiko Monsanto-Deal bringt Bayer in Schwung

Seit dem Kauf des Saatgutkonzerns Monsanto hageln Tausende Klagen auf Bayer ein. Noch belastet dies den Dax-Riesen nicht. Das Geschäft brummt. Infolge des Konzernumbaus fließt aber weniger Geld in die Leverkusener Kasse.

Die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto treibt das Ergebnis bei Bayer an. Im ersten Quartal erhöhte sich der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen (Ebitda) binnen Jahresfrist um knapp 45 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Der Umsatz stieg um rund vier Prozent auf rund 13 Milliarden Euro.

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Die Kosten für den 63 Milliarden Euro schweren Zukauf und die Integration von Monsanto schlugen im ersten Quartal laut Bayer mit 492 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kamen demnach 393 Millionen Euro für die Restrukturierung - Bayer hat den Abbau von 12.000 Stellen angekündigt.

Unter dem Strich ging der Konzerngewinn im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 36,5 Prozent zurück auf 1,24 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich dagegen trotz der gestiegenen Aktienanzahl um 13,8 Prozent auf 2,55 Euro.

Zahl der Glyphosat-Klagen steigt deutlich

Bislang ohne Folgen für das Ergebnis sind die Prozesse um den Monsanto-Unkrautvernichter Roundup und dessen mutmaßlich krebserregende Wirkung in den USA, die den Konzern und die Börse seit Monaten in Atem halten. Allerdings verklagen immer mehr US-Bürger den Konzern: Inzwischen liegen 13.400 Klagen in Leverkusen vor, 11.200 waren es Ende Januar. Bayer betonte jedoch unverdrossen, gute Argumente gegen die Vorwürfe zu haben und sich entschieden gegen die Klagen zur Wehr zu setzen.

Nachdem Bayer in zwei Fällen erstinstanzlich zu Schadensersatz in hoch zweistelliger Millionenhöhe verurteilt worden ist, liegt in den Glyphosat-Verfahren aus Sicht des Marktes derzeit das größte Risiko von Bayer. Der Konzern ist deshalb aktuell kaum mehr wert, als Monsanto gekostet hat (55,7 Milliarden Euro).

Monsanto-Deal treibt

Im operativen Geschäft zeigte sich Monsanto zu Jahresbeginn allerdings als Gewinn für seinen neuen Eigentümer. Die zugekauften Saatgut- und Agrarchemieaktivitäten verhalfen der Konzernsparte Crop Science zu einem exorbitanten Wachstum von 125 Prozent. Aber auch auf vergleichbarer Basis lief es gut: Währungs- und portfoliobereinigt verbuchte Bayer ein Plus von 5,5 Prozent

Gutes Wachstum verzeichnete auch das Pharmageschäft, das den Umsatz um 6,8 Prozent auf 4,35 Milliarden Euro steigerte. Mit den fünf Wachstumsprodukten, dem Gerinnungshemmer Xarelto, dem Augenmedikament Eylea, den Krebsmittel Stivarga und Xofigo sowie Adempas gegen Lungenhochdruck steigerte die Sparte ihr bereinigtes Ebitda um 6,9 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Weiterhin nicht gestoppt scheint der Abwärtstrend in der Sparte für frei verkäufliche Arzneimittel Consumer Health. Hier schrumpfte Bayer erneut um ein Prozent auf 1,39 Milliarden Euro.

Die Jahresprognose bestätigte Bayer. Danach soll der Umsatz um 4 Prozent auf 46 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda auf 12,2 Milliarden und das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 6,80 Euro steigen. Die Prognosen für die Ergebnisbeiträge der einzelnen Sparten beließ Bayer unverändert.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/rts

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