Wirtschaft

Luxusmode aus dem Online-Shop Mytheresa strebt an die Wall Street

MYtheresa.JPG

Der britische Mytheresa-Konkurrent Farfetch ist bereits an der Börse notiert.

(Foto: Mytheresa.com )

Viele Verbraucher shoppen in der Pandemie lieber in Online-Shops. Das spüren auch Anbieter von Luxusmarken. Angesichts klingelnder Kassen will der Münchener Händler Mytheresa nun mit seinen Börsen-Plänen Ernst machen.

Der Münchner Luxus-Onlinehändler Mytheresa steht vor dem Sprung auf das US-Börsenparkett. Eine entsprechende Absichtserklärung für einen Börsengang in den USA sei eingereicht worden, teilte der Mutterkonzern MYT Netherlands mit. Das 2006 gegründete Unternehmen profitiert von der Corona-Krise und dem dadurch nochmals verstärkten Trend, online Kleidung zu kaufen.

Vor Ausbruch der Pandemie reisten Käufer von Luxusmode besonders gern, um vor Ort shoppen zu gehen. Im Gegensatz zu Zalando oder Amazon konzentriert sich Mytheresa auf den Verkauf von Luxusmode von mehr als 250 Designern wie Gucci, Saint Laurent, Prada, Burberry und Valentino.

Ursprünglich bot Mytheresa mit inzwischen 700 Mitarbeitern nur Damenmode an, hat das Sortiment aber auf Männer und Kinder erweitert. Dem Börsenantrag zufolge ist noch unklar, wie viele Aktien an der Wall Street verkauft werden und zu welchem Preis. Das wird genauso wie der Zeitpunkt der Erstnotiz an der New Yorker Börse noch festgelegt.

Einem Bloomberg-Bericht von Anfang des Monats zufolge könnte die Firmenbewertung zwischen ein und 1,5 Milliarden Dollar liegen. Allerdings könne das für die Branche besonders wichtige Weihnachtsgeschäft noch für Veränderungen sorgen, hieß es.

Deutliche Umsatzsteigerung

Die Modehändler Susanne und Christoph Botschen eröffneten 1987 unter dem Namen "Theresa" einen Laden in der Münchner Innenstadt, der 2006 den Online-Shop "MyTheresa.com" startete. Er wurde 2014 vom US-Einzelhandelsriesen Neiman Marcus übernommen, der inzwischen allerdings Insolvenz anmelden musste.

MyTheresa arbeitet profitabel: Im Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende Juni) steigerte das Unternehmen den Umsatz um ein Viertel auf 370 Millionen Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich sogar um fast die Hälfte auf 21,4 Millionen Euro. Der Mytheresa-Konkurrent Farfetch ist bereits an der Börse notiert. Erst kürzlich investierten der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont und Alibaba mehr als eine Milliarde Dollar in das konkurrierende Unternehmen aus Großbritannien.

Quelle: ntv.de, jru/rts