Wirtschaft

Analysten zum Atomausstieg Negative Marktreaktion

Der geplante Atomausstieg und die Beibehaltung der Brennelementesteuer belasten den Versorger-Sektor. Analysten meinen aber, dass dies nur eine kurzfristige Auswirkung ist.

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Schönes, neues, AKW-freies Deutschland? Ab 2022 ist das möglich.

(Foto: dpa)

Der Beschluss der schwarz-gelben Regierungskoalition über einen Atomausstieg bis 2022 hat die Aktien der Energieversorger unter Druck gebracht. Die Titel von Eon und RWE waren die größten Verlierer im Leitindex Dax. Analysten gehen davon aus, dass vor allem die Beibehaltung der Brennelementesteuer den Unternehmen zu schaffen machen wird. Es folgen die Einschätzungen der Experten:

Markus Huber, Händler ETX Capital

"Keine Frage, die Nachrichten sind weniger gut - vor allem, was die Beibehaltung der Brennelementesteuer betrifft. Aber andererseits sollten die Versorger von höheren Strompreisen profitieren können, die in der zweiten Jahreshälfte erwartet werden. Außerdem sind die Nachrichten nicht so überraschend, ein Großteil sollte bereits in den Aktien eingepreist sein."

Sebastian Zank, Silvia Quandt Research

"Obwohl schon seit einiger Zeit Spekulationen kursierten, dass die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke revidiert werden könnte, beeinträchtigt die jetzt erzielte Einigung die Versorger Eon und RWE. Vor allem die finanziellen Belastungen durch die Brennelementesteuer werden vom Markt wohl negativ gesehen, da ja nach 2022 kein zusätzlicher Cash Flow durch Atomstrom generiert wird. Wir gehen davon aus, dass die Aktien deutscher Versorger in der nächsten Zeit unbeliebt bleiben werden.

Angesichts der Diskrepanz zwischen der Abschaffung der Laufzeitverlängerung auf der einen Seite und der Beibehaltung der Brennelementesteuer auf der anderen Seite erwarten wir, dass sich die Aktienkurse heute schwach entwickeln werden."

Nichael Schäfer, Equinet

"Einige Optimisten mögen auf die Abschaffung der Brennelementesteuer gehofft haben. Dass das nicht passiert, wird wohl vom Markt erst einmal negativ aufgenommen. Vor weiteren finanziellen Einzelheiten und der Abstimmung im Bundesrat behalten wir unsere vorsichtige Einschätzung zu den deutschen Versorgern bei."

Quelle: ntv.de, rts