Wirtschaft

Kein Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1: Habeck geht nicht von Wiederinbetriebnahme aus

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Der Kreml hat den Gashahn für Nord Stream 1 zugedreht.

(Foto: dpa)

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Erst eine Wartung, nun ein angeblicher Konstruktionsfehler einer Turbine: Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt kein Gas mehr. Wirtschaftsminister Habeck erwartet auch nicht, dass Russland den Gashahn für die Pipeline wieder aufdreht.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stellt sich darauf ein, dass Russland über die Pipeline Nord Stream 1 kein Gas mehr nach Europa liefern wird. "Es kommt noch ein bisschen Gas über die Ukraine-Pipeline, aber dass Nord Stream 1 wieder aufgemacht wird, gehört nicht zu den Szenarien, von denen ich ausgehe", sagte der Grünen-Politiker im ZDF.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Samstag nach einer planmäßigen Wartung der Turbine die Gaslieferungen nach Europa nicht wieder aufgenommen. Das Unternehmen macht den Lieferstopp über die Ostseepipeline Nord Stream 1 an einem angeblichen Konstruktionsfehler der eingesetzten Turbine von Siemens Energy fest. Wegen erhöhter Brand- und Explosionsgefahr habe die Technikaufsicht Rostechnadsor den Weiterbetrieb der Turbine untersagt, teilte Gazprom in Moskau mit. Ein Betrieb mit den festgestellten Mängeln widerspreche "den Normen der russischen Gesetzgebung".

Ein Sprecher von Siemens Energy sagte, bis auf Weiteres gelte die Einschätzung, dass der mitgeteilte Befund keinen Grund für eine Einstellung des Betriebs darstelle. "Solche Leckagen beeinträchtigen im Normalfall den Betrieb einer Turbine nicht und können vor Ort abgedichtet werden", so der Sprecher. Auch in der Vergangenheit sei es wegen solcher Öllecks nicht zu einem Stillstand gekommen. Politiker im Westen vermuten einen politischen Hintergrund für den Lieferstopp. "Putins Russland ist vertragsbrüchig geworden", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. Russland sei kein zuverlässiger Energielieferant mehr.

Kreml gibt Westen die Schuld

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Der Kreml hingegen wies die Schuld für die Einstellung der russischen Gaslieferungen von sich und machte den Westen dafür verantwortlich. "Wir sehen endlose Versuche, die Verantwortung für das Geschehen irgendwie auf uns abzuwälzen, wir weisen diese Versuche kategorisch zurück und bestehen darauf, dass der kollektive Westen - in dem Fall die EU, Kanada und Großbritannien - daran Schuld hat, dass die Situation am jetzigen Punkt angekommen ist", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax. Das sei keine "haltlose" Behauptung, betonte Peskow. Er hoffe, dass die letzte verbliebene Turbine in der Kompressorstation Portowaja sich irgendwie reparieren lasse, sagte Peskow.

Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew klang allerdings etwas anders. Er warf Deutschland am Wochenende "hybride Kriegsführung" gegen Russland vor und begründete den russischen Gas-Lieferstopp mit Berlins "unfreundlichem" Verhalten im Ukraine-Konflikt.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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