Wirtschaft

Zu viele Risiken in Riad Norwegens Staatsfonds meidet Saudi-Arabien

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Yngve Slyngstad leitet bei der norwegischen Zentralbank die Abteilung, die für den Pensionsfonds zuständig ist.

(Foto: picture alliance/NTB)

Der norwegische Staatsfonds ist der größte der Welt. Sein Reichtum fußt vor allem auf den Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft, in Zukunft will Norwegen aber auf die Umwelt setzen. Investitionen in saudische Aktien sind deshalb, aber auch wegen der dortigen Unternehmensführung, tabu.

Norwegens 1,3 Billionen Dollar schwerer Staatsfonds soll einen großen Bogen um saudi-arabische Unternehmen machen. Diese sollten nicht in den Referenzindex aufgenommen werden, der die Investitionen des Fonds regelt, wie das Finanzministerium in Oslo mitteilte. Die Risiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sind demnach zu groß, wie aus der jährlichen Empfehlung an das Parlament hervorgeht.

Norwegens 1996 gegründeter Staatsfonds ist der größte der Welt. Er wird mit den Einnahmen aus dem norwegischen Öl- und Gasgeschäft gefüttert und fungiert als Versicherung für künftige Generationen, wenn die natürlichen Ressourcen erschöpft oder verpönt sind. Verwaltet wird der Fonds von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums. Er investiert in Tausende Unternehmen weltweit, darunter Großkonzerne wie Microsoft, Apple und Amazon.

In ihrer Empfehlung an das norwegische Parlament schlug die Regierung auch vor, dass sich der Fonds in Zukunft bei weniger Unternehmen engagiert. Die Zahl der Beteiligungen solle um 25 bis 30 Prozent auf etwa 6600 reduziert werden - hauptsächlich durch die Trennung von Anteilen an kleineren Firmen. Derzeit hält der Staatsfonds Beteiligungen an 9200 Unternehmen und besitzt 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Aktien. Knapp ein Viertel des Vermögens ist weiterhin in Anleihen angelegt. Der Fonds besitzt auch Immobilien.

Einstieg beim Weltmarktführer für Offshore-Windenergie

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Zuletzt hatte Norwegen über den Fonds zudem erstmals in Infrastruktur für Erneuerbare Energien investiert. Für knapp 1,4 Milliarden Euro erwarb der Staatsfonds die Hälfte an dem niederländischen Offshore-Windpark Borssele 1 & 2, wie die norwegische Zentralbank am vergangenen Mittwoch mitteilte, die den Fonds verwaltet. Verkauft werden die Anteile vom dänischen Energiekonzern Ørsted, der die andere Hälfte behält und den Park auch weiter betreibt.

Ørsted gilt als Weltmarktführer bei der Offshore-Windenergie. Der Windpark rund 23 Kilometer vor der Nordseeküste der Niederlande produziert nach Ørsted-Angaben mit seinen 94 Windturbinen genug Energie, um damit jährlich knapp eine Million niederländische Haushalte mit grünem Strom zu versorgen.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa

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