Wirtschaft

"Drei bis vier Interessenten" Notverkauf soll Niki retten

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Niki-Mitarbeiter gehen auf dem Flughafen Schwechat bei Wien zu einer Mitarbeiterversammlung.

(Foto: dpa)

Wer übernimmt die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki? Gründer Niki Lauda hat seinen Hut bereits in den Ring geworfen. Es gibt auch noch weitere Kaufwillige. Insolvenzverwalter Flöther will schnellstmöglich mit den Interessenten sprechen.

Nach der gescheiterten Übernahme durch die Lufthansa gibt es für die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki offenbar mindestens drei mögliche Käufer. "Mir ist bekannt, dass es drei bis vier Interessenten gibt", sagte Wolfgang Katzian, Vorsitzender der österreichischen Gewerkschaft GPA, dem ORF. Am Mittwoch hätten sich neben dem Gründer der Airline, der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda, weitere potenzielle Käufer gemeldet.

Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther will die österreichische Fluggesellschaft mit einem Notverkauf doch noch retten. Noch am Donnerstag sollen Gespräche mit möglichen Interessenten beginnen, sagte sein Sprecher. Man habe noch einige Tage Zeit, bevor Niki nach der Einstellung des Flugbetriebs seine Start- und Landerechte verliere.

Die Lufthansa hatte sich am Mittwoch gegen eine Übernahme von Niki entschieden, da die kartellrechtlichen Bedenken der EU-Kommission zu groß waren. Flöther hofft nun auf ein Umdenken bei der British-Airways-Mutter IAG oder der Condor-Mutter Thomas Cook, die bereits einen Blick in die Bücher von Niki geworfen hatten. Bei einem reinen Verkauf des Geschäftsbetriebs, wie er ihn nun plant, seien die Risiken für den neuen Eigentümer geringer.

Lauda will es allein machen

Firmengründer Lauda, der erneut Interesse signalisierte, sagte im ORF, er wolle für Niki ohne Partner bieten. "Alleine mach ich das jetzt, dann geht's schneller." Lauda hatte zusammen mit Condor den Hut in den Ring geworfen, aber gegen Lufthansa den Kürzeren gezogen. Die IAG hatte Air Berlin zufolge vor der Niki-Insolvenz signalisiert, dass sie kein Interesse mehr an einer Übernahme habe. Der Vorstand von Thomas Cook hat sich der "Süddeutschen Zeitung" zufolge am Mittwoch mit dem Thema zumindest beschäftigt.

Insolvenzverwalter Flöther ist zunächst bei Niki in Wien. Allein dort stehen 790 Mitarbeiter vor dem Aus, insgesamt beschäftigt Niki 1000 Beschäftigte. Die Air-Berlin-Tochter hatte am Mittwoch beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenzantrag gestellt. Der Flugbetrieb wurde noch am Abend mit sofortiger Wirkung eingestellt. Nach Angaben des österreichischen Verkehrsministeriums drohen damit in den nächsten zwei Wochen rund 5000 Passagiere zu stranden. Für die meisten von ihnen gebe es aber genügend Plätze auf anderen Flügen. Zuvor hatte es geheißen, bis zu 10.000 Reisende seien durch die Niki-Pleite im Ausland gestrandet.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erklärte, die deutschen Fluggesellschaften wollten mithelfen, dass Niki-Passagiere zurück nach Deutschland geflogen werden könnten. Ihnen sollten Plätze zu Sonderkonditionen angeboten werden. Das gelte für Passagiere, die keine Pauschalreisen gebucht hätten und nun ohne gültiges Ticket dastehen. Bei Pauschalreisenden müssten die Reiseveranstalter einen alternativen Rückflug organisieren.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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