Um fast 18 Prozent eingebrochenObstbauern erwarten wegen Hitze und Trockenheit weniger Äpfel

Äpfel zählen zu den wichtigsten Obsternten in Deutschland. Doch Hagel, Trockenheit und Hitze setzen den Obstbäumen zunehmend zu. Für die diesjährige Apfelernte erwarten die Bauern wenig - bei anderen Früchten fällt der Ausblick optimistischer aus.
Hitze und Trockenheit schmälern die diesjährige Apfelernte in Deutschland. Mit rund 934.000 Tonnen werden Obstbaubetriebe nach eigener Einschätzung voraussichtlich fast 53.000 Tonnen weniger Äpfel ernten als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis einer ersten Schätzung aus dem Juli mit.
Die besonders gute Apfelernte des Vorjahres wird demnach voraussichtlich um fast 18 Prozent unterschritten. Grund für die verhaltene Ernteprognose sind den Statistikern zufolge wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer. "Dadurch fallen viele Äpfel vorzeitig vom Baum, bleiben sehr klein oder weisen Schäden durch Sonnenbrand auf", hieß es. "Zudem melden einzelne Obstbaubetriebe Hagelschäden mit punktuell fast vollständigen Ernteausfällen."
Dennoch bleiben Äpfel mit 32.700 Hektar Anbaufläche das mit Abstand am meisten geerntete Baumobst hierzulande. Fast zwei Drittel (61,1 Prozent) dieser Flächen liegen in zwei Bundesländern: Baden-Württemberg (11.600 Hektar), dort vor allem in der Bodenseeregion, sowie Niedersachsen (8400 Hektar), dort überwiegend im Alten Land. In diesen beiden Bundesländern werden mehr als zwei Drittel (66,6 Prozent) der heimischen Äpfel erzeugt.
Die Ernteaussichten sind regional sehr unterschiedlich. Während in Thüringen ein Einbruch von mehr als 45 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel erwartet wird, rechnet Baden-Württemberg mit einer leicht überdurchschnittlichen Ernte. In Niedersachsen liegt die Prognose hingegen leicht unter dem Durchschnitt.
Pflaumenernte fällt höher aus
Optimistischer fällt die Ernteschätzung für Pflaumen und Zwetschgen aus. Die Ernte wird mit gut 49.300 Tonnen voraussichtlich 11,5 Prozent höher ausfallen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (44.200 Tonnen), aber 3,9 Prozent geringer als im besonders ertragreichen Vorjahr.
Für diese Früchte liegen die größten Anbauflächen in Baden-Württemberg (1700 Hektar) und in Rheinland-Pfalz (900 Hektar). Die Ernteerwartungen sind in den beiden Bundesländern gegensätzlich: In Baden-Württemberg erwarten die Betriebe mit 24.100 Tonnen fast 38 Prozent mehr Früchte als im zehnjährigen Durchschnitt. Dagegen stellen sich die Obstbauern in Rheinland-Pfalz mit 9900 Tonnen auf eine unterdurchschnittliche Pflaumen- und Zwetschgenernte ein, rund acht Prozent unter dem Zehnjahresschnitt.