Wirtschaft

Schwieriges Umfeld Puma bleibt nervös

Puma geht im laufenden Jahr von einem weiter schwierigen Marktumfeld aus. Dennoch ist der Sportartikelhersteller zufrieden mit seinen bereits eingeleiteten Maßnahmen gegen die Krise.

DEU_PUMA_ZWISCHENBILANZ_MFRA102.jpg6235773300863736842.jpgDas Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm habe bereits zu ersten Verbesserungen der operativen Aufwendungen, des Working Capitals und des freien Cashflows geführt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach mit.

Durch weitere Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen aus dem Programm sollten weitere Verbesserungen in den kommenden 18 Monaten sichtbar werden. Puma bleibe angesichts des derzeit nach wie vor restriktiven Konsumumfelds und der angespannten Weltwirtschaftslage weiterhin vorsichtig und gehen von einem zurückhaltenden Verbraucherverhalten aus. Dieses könne sich negativ auf die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr auswirken, hieß es.

Keine Prognose

Eine konkrete Umsatzprognose für 2009 blieb das Unternehmen erneut schuldig. Stattdessen verwies der Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz in einer Telefonkonferenz, auf die Konsensschätzung der Analysten. Diese liegt derzeit bei einem Minus von rund zwei Prozent.

Der konsolidierte Umsatz betrug im Halbjahr wie bereits bekannt 1,3 Mrd Euro, ein Plus von 3,8 Prozent. Trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds erzielte Puma den Angaben zufolge in Amerika einen Anstieg, wohingegen EMEA und Asien/Pazifik unter dem Vorjahresniveau lagen. Die weltweiten Puma-Markenumsätze, in denen zusätzlich die Lizenzerlöse enthalten sind, stiegen im ersten Halbjahr 0,3 Prozent auf knapp 1,4 Mrd Euro.

Die Umsätze mit Schuhen verzeichneten einen währungsbereinigten Rückgang von 1,4 Prozent auf 727,1 Mio. Euro. Dagegen erzielte das Geschäft mit Accessoires ein Wachstum von 49,1 Prozent auf 144,3 Mio. Euro.

Der Umsatz mit Textilien reduzierte sich um 7,0 Prozent auf 426,3 Mio. Euro. Dies sei hauptsächlich auf eine hohe Vorjahresbasis durch das Replika-Geschäft im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft zurückzuführen, berichtete Puma. Bei den Fußballumsätzen erwartet das Unternehmen für das kommende Jahr, in dem die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ansteht, eine positive Entwicklung.

Der Konzerngewinn sank im zweiten Quartal um 15,6 Prozent auf 38,5 Mio Euro, wie die Puma AG weiter mitteilte. Operativ erzielte das Unternehmen mit 63,1 (62,3) Mio. Euro eine leichte Verbesserung.

Das erste Halbjahr war durch Restrukturierungskosten von 110 Mio Euro belastet, die im ersten Quartal verbucht wurden. Das Ergebnis vor Steuern sank im Sechs-Monats-Zeitraum auf 63,4 (189,2) Mio. Euro, bereinigt wies Puma 173,4 Mio Euro aus. Der Konzerngewinn sank zum 30. Juni um 5,4 Prozent auf 128,4 Mio Euro.

Weitere Einmalaufwendungen würden in diesem Zusammenhang in den nächsten Quartalen nicht erwartet, sagte der Vorstandsvorsitzende während der Telefonkonferenz.

Zügel angezogen

Puma hatte aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise ihr Sparprogramm verschärft, um die Kosten zu reduzieren. Geplant sind Einsparungen von bis zu 150 Mio. Euro im Jahr 2011. Optimiert werden sollen das Einzelhandels-Portfolio, die globale Organisationsstruktur sowie die operativen Prozesse.

Zudem strebt der Sportartikel- und Lifestylekonzern eine schlankere und effizientere Struktur an. Produktentwicklungszyklen sollen verkürzt, die Produktvielfalt eingeschränkt und Kollektionen gestrafft werden.

Insgesamt sei das erste Halbjahr besser ausgefallen als erwartet, bilanzierte Zeitz. Die weitere Marktentwicklung könne derzeit jedoch keiner vorhersagen.

Quelle: n-tv.de, DJ

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17.08.09