Wirtschaft

Preiserhöhungen angekündigt Puma drückt in China weiter der Schuh

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Puma will ein Ergebnis zwischen 600 Millionen und 700 Millionen Euro erzielen.

(Foto: imago images/Shutterstock)

Puma kommt wesentlich besser durch das zweite Pandemie-Jahr. Umsatz und Gewinn legen deutlich zu. Doch den Sportwarenhersteller plagen weiter Sorgen. Einen Teil der Probleme will das Unternehmen an die Kunden weitergeben - über das Preisschild.

Der Sportartikelhersteller Puma stellt sich auf Gegenwind im laufenden Jahr ein. "Zu Beginn des Jahres 2021 beeinträchtigt Covid-19 leider immer noch unsere Lieferkette, der Inflationsdruck wirkt sich negativ auf unsere Kosten und operativen Margen aus und die geopolitische Lage bleibt sehr angespannt", sagte Puma-Chef Björn Gulden. Dennoch bleibe er zuversichtlich. Das Unternehmen sagte für das Jahr 2022 ein währungsbereinigtes Umsatzplus von mindestens zehn Prozent voraus. Das Betriebsergebnis soll sich auf 600 Millionen bis 700 Millionen Euro verbessern von 557 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr.

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An der Börse gaben die Aktien nach und notierten zeitweise so niedrig wie seit fast elf Monaten nicht mehr. Die Prognose liege etwas unter den Markterwartungen, schrieben die Experten von Jefferies. Puma stellt sie überdies unter den Vorbehalt, dass die Produktion in den wichtigsten Herkunftsländern in Asien aufrechterhalten wird und es zu keinen wesentlichen Geschäftsunterbrechungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise kommt. Zudem dürfte der Inflationsdruck durch höhere Frachtraten und Rohstoffpreise steigen. Gulden kündigte als Reaktion auf den Inflationsdruck Preiserhöhungen an. In der ersten Jahreshälfte dürften die Verkaufspreise etwas angehoben werden, in der zweiten dann stärker.

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Zu schaffen macht Puma zudem der anhaltende Boykott in China. Im ersten Quartal dürfte der Umsatz hier erneut zurückgehen, sagte Gulden. "Ich kann für das Gesamtjahr kein Wachstum hier versprechen, hoffe aber, dass es so kommt." Immer noch habe Puma Schwierigkeiten damit, chinesische Prominente als Werbeträger zu gewinnen. Ausgelöst wurde der Käuferstreik durch die Entscheidung von Puma, keine Baumwolle mehr aus der Provinz Xinjiang mehr zu beziehen, nachdem es zu Berichten über Menschenrechtsverletzungen der dort lebenden Minderheit der Uiguren gekommen war. Auch die Rivalen Adidas und Nike stehen unter Druck. Die Regierung in Peking weist die Vorwürfe zurück.

Im vergangenen Jahr schaffte Puma ein Rekordergebnis. Der Umsatz schnellte währungsbereinigt um ein Drittel auf 6,8 Milliarden Euro in die Höhe, der Nettogewinn verbesserte sich von 79 Millionen auf 310 Millionen Euro. Die Dividende solle bei 72 Cent je Aktie liegen, im vergangenen Jahr mussten sich die Aktionäre mit 16 Cent bescheiden. Das Unternehmen hatte 2021 zeitweise mit Lockdowns in Fernost zu kämpfen. Artikel wie Turnschuhe oder Sportkleidung werden in Asien gefertigt. In Vietnam, dem größten Schuhhersteller der Welt, waren wegen der Pandemie Fabriken monatelang geschlossen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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