Fußball

Am Ende doch der FC Bayern? Wildes Ausrüster-Geschacher um Erling Haaland

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Erling Haaland ist momentan nur Zaungast.

(Foto: imago images/Team 2)

Erling Haaland steht immer noch nicht auf dem Platz. Seine achte Verletzung in knapp über zwei Jahren ist relativ langwierig. Das ändert nichts daran, dass sein Name weiterhin Gegenstand wilder Spekulationen ist. Welche Rolle spielt ein Trip zum Ausrüster Adidas und was bedeutet das alles?

Immer noch nicht zurück, aber in den Schlagzeilen. Wohl kaum ein Spieler von Borussia Dortmund hat in den letzten Jahren mehr internationale Aufmerksamkeit erhalten als Erling Haaland. Der Norweger steht beim BVB bis 2024 unter Vertrag, kann den Verein jedoch in diesem Sommer für eine festgeschriebene Ablöse verlassen. Seine Zukunft gilt als ungeklärt, auch nachdem er am Valentinstag eine Liebeserklärung an die Fans der Dortmunder Borussia abgegeben hat.

"Viel Liebe für jeden von Euch", verkündete der 21-Jährige am Montag über seinen Instagram-Account: "You are my true valentines." Natürlich bedankte sich Haaland, der den größten Teil seiner bisherigen Zeit in einem nahezu menschenleeren Dortmunder Stadion verbracht hat, auch für die "bedingungslose Unterstützung" der Fans. Und die, wie auch der BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel, haben, wenn sie denn ins Stadion durften, ihn wirklich nahezu bedingungslos unterstützt. Jedes seiner Tore wurde mit Wechselgesängen gefeiert, und Haaland nach fast jedem seiner Spiele nicht unter eine Ehrenrunde in die Kabine entlassen.

Aber Erling Haaland steht dieser Tage selten auf dem Platz. Häufig ist er verletzt. Den Verein aus dem Ruhrgebiet, die Presse und die Fans aber beschäftigt er weiterhin, wie Sie auch an diesem Bericht sehen können.

Heißeste Aktie auf dem Transfermarkt

Sein Abgang ist nach dem beinahe schon Wutausbruch im Anschluss an das 5:1 gegen den SC Freiburg nicht weniger wahrscheinlich geworden. Da hatte sich der Norweger bekanntlich über den Druck der Vereinsführung beschwert. Die fordere eine Entscheidung von ihm. Dafür sei er aber noch überhaupt nicht bereits. Das Interview am Rande der Inszenierung wurde von einem Freund der Familie, dem Ex-Fußballer und heutigen TV-Journalisten Jan Age Fjörtoft, geführt. Zurück blieben Fragezeichen und bald darauf folgte eine Verletzung, mit der der Norweger sich seither herumplagt.

Eine Verletzung, die Zweifel sät. Es ist der bereits dritte Ausfall in dieser Saison, und der insgesamt achte seit seiner Ankunft aus Salzburg vor etwas mehr als zwei Jahren. Bedenken werden vorgetragen: noch nur von Lautsprechern wie dem ehemaligen Bundesliga-Torhüter Jens Lehmann. Aber die wiederkehrenden muskulären Probleme könnten in der Tat langfristig problematisch werden. Trotzdem gilt der 21-Jährige weiterhin als die neben Kylian Mbappé heißeste Aktie auf dem Transfermarkt. Am Montag war er von der "Bild"-Zeitung in Herzogenaurach beim Sportartikel-Konzern Adidas gesehen worden. Das deutsche Unternehmen ist eines von drei, die auf einen Deal mit Haaland hoffen. Neben Adidas buhlen noch Puma und Nike um Haaland.

Alle Sportartikelhersteller haben ihre Vereine. In Puma läuft neben dem BVB unter anderem auch Manchester City auf, Nike stattet Paris Saint-Germain, Barcelona und Chelsea aus. Der Weltpokalsieger aus London hat ein Auge auf Haaland geworfen und soll sein Bemühen in den letzten Wochen massiv verstärkt haben, ist aus gut informierten Kreisen zu hören. Auch Barcelona mischt trotz der massiven Finanzkrise weiterhin mit im Kampf um den Stürmer.

Gewinnen am Ende gar die Bayern?

Und Adidas? Das könnte entweder das ideale Szenario für Borussia Dortmund sein oder auch der größte Albtraum. Neben Real Madrid, die bis 2028 von Adidas ausgestattet werden und dafür jährlich mindestens 120 Millionen Euro erhalten, wäre urplötzlich auch der FC Bayern eine Option. Dort trifft zwar immer noch Robert Lewandowski, doch ob das auch nach dem Sommer noch der Fall sein wird, erscheint weiter zweifelhaft. Aus unterschiedlichen Gründen. Der Vertrag des Polens läuft im Sommer 2023 aus, ist noch nicht verlängert. In der nächsten Transferphase könnten die Bayern somit zum letzten Mal eine respektable Ablösesumme erzielen und auch das Gehalt einsparen. Der Bundesliga-Jahrhundertstürmer verdient in München rund 24 Millionen Euro, circa zehn Millionen Euro weniger als Haalands Vorstellungen.

Ein Haaland-Wechsel wäre für alle drei Seiten durchaus lukrativ. Für die Bayern wäre es ein Transfer mit Signalwirkung. Denn der Norweger verspricht etwas, was Lewandowski nie bieten konnte: Star-Appeal und Vermarktbarkeit. Der 21-Jährige könnte beim Serienmeister zumindest vorerst seinen Titelhunger befriedigen und erstmals in einer Mannschaft spielen, die Jahr für Jahr auch in der Champions League eine gewichtige Rolle spielt. Die Bayern könnten mit der Macht des Anteileigners Adidas, der 8,33 Prozent an der FC Bayern München AG hält, einen der großen Stars in der Liga und im deutschen Markt halten. Und Adidas hätte über Jahre hinweg nicht nur einen werbewirksamen, sondern auch einen auf Titel abonnierten Weltstar unter Vertrag.

Steht hier also einer der spektakulärsten Wechsel der Bundesliga-Geschichte bevor, einer, der die alte Verschwörung von den Bayern, die die Liga kaputtkaufen, weiter bedient? Noch ist alles unklar. In Dortmund hofft man weiterhin auf Real Madrid. Das wäre das wohl bestmögliche Szenario für den BVB, der am Donnerstag in der Europa League gegen die Glasgow Rangers (18.45 Uhr, live auf RTL+) antreten wird. Doch so richtig scheint man an einen Verbleib nicht zu glauben. Wie Sport1 berichtet, haben sich die Dortmunder bereits mit Nationalspieler Karim Adeyemi geeinigt. Der Stürmer steht aktuell aber noch bei Red Bull Salzburg unter Vertrag und eine Einigung über eine Ablösesumme soll noch nicht erzielt worden sein.

Quelle: ntv.de, sue

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