Wirtschaft

A380-Probleme verfolgen Airbus Qatar verweigert die Abnahme

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Eine A380-800 in den Farben der Qatar Airways (Computergrafik).

(Foto: Airbus S.A.S.)

Die winzigen Risse im Inneren der Flügelkonstruktion fabrikneuer Riesenjets bereiten dem europäischen Flugzeugbau anhaltende Schwierigkeiten: Mit Qatar Airways drängt ein wichtiger Großkunde auf neue Liefertermine für insgesamt zehn A380. In den Hangars bei Airbus könnte es eng werden.

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Der Riesenvogel kurz nach dem Start: Ein kleiner Konstruktionsfehler kostet Millionen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Neues Ungemach für den Flugzeugbauer Airbus und seinen Mutterkonzern EADS: Wegen der Haarrisse in Teilen der Tragflächen des Riesenjets A380 will die Fluggesellschaft Qatar Airways abwarten und die Abnahme ihrer bestellten A380 verzögern.

Die eigentlich für Oktober 2013 geplante erste Auslieferung werde verschoben, bis Airbus das Problem in den Griff bekommen habe, sagte Qatar-Air-Vorstandschef Akbar al Baker während einer Konferenz in Dubai. Qatar Airways hat insgesamt zehn der Riesenjets mit einem Listenpreis von knapp zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Mrd. Euro) bei Airbus bestellt. Die Fluggesellschaft benötige weitere Einzelheiten über die an den Tragflächen der Maschinen dieses Typs entdeckten Risse, erklärte al Baker.

Im März hatte der Airbus-Programmchef Tom Williams gesagt, dass die Haarrisse Airbus noch "auf Jahre beschäftigen" würden. Zwar werde noch in diesem Jahr mit dem Austausch der betroffenen Teile in bereits fliegenden Maschinen sowie mit dem Einbau eines Ersatzteils in neu produzierten Flügeln begonnen. Flugzeuge, die in den nächsten Monaten ausgeliefert werden, enthielten aber noch die Bauteile mit dem Materialfehler und müssten in den kommenden Jahren repariert werden.

Mit der Fluggesellschaft Emirates hatte ein wichtiger Airbus-Kunde bereits angesichts drohender Verzögerungen angekündigt. Bei dem Bauteil handelt es sich um eine Art Klammer im Inneren der Flügel, die . Einige wenige dieser Verbindungselemente hatten feine Haarrisse entwickelt.

Boeing holt auf

Nach Einschätzung von Experten sind die Flugeigenschaften der Maschine durch dieses Problem selbst bei einem Bruch einzelner Klammern nicht unmittelbar beeinträchtigt. Dennoch hatte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die Überprüfung angeordnet. Die Reparatur der bereits ausgelieferten Maschinen kostet Airbus laut früheren Angaben rund 105 Mio. Euro.

"Wir werden die Probleme mit den Tragflächen natürlich so schnell wie möglich beheben", hatte Airbus-Chef Thomas Enders bereits im Februar versprochen. "Egal was es kostet." Vergangene Woche kündigte die EADS-Tochter an, die Produktion des A380 zu verlangsamen.

Der US-Flugzeugbauer Boeing wittert unterdessen Morgenluft: Die Nachfrage nach neuen Flugzeugen zieht nach Angaben des Airbus-Rivalen trotz des Sparkurses der US-Regierung bei den Rüstungsausgaben an. Der Konzern fahre die Produktion deshalb hoch, sagte Boeing-Chef Jim McNerney bei einer Aktionärsversammlung in Chicago. Die Zahl der Aufträge habe in diesem Jahr deutlich zugenommen. Boeing hoffe auch auf Order für das Spritspar-Flugzeug 737 MAX, das mit dem Airbus A320neo konkurrieren soll.

Im ersten Quartal hatte Boeing Airbus erstmals seit langem wieder übertrumpft. Boeing lieferte diesen Angaben zufolge in den ersten drei Monaten des Jahres alles in allem 137 Flugzeuge aus, Airbus 131.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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