Wirtschaft

Innogy soll Milliarden einsammeln RWE-Tochter setzt Blackrock unter Strom

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(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Eon bringt auch RWE seine Tochter an die Börse. Sie soll künftig einen erheblichen Teil des Konzerngewinn ranschaffen - und auch die Aktionäre beglücken. Einer größten Vermögensverwalter zeigt sich überzeugt.

Die RWE-Tochter Innogy soll bei dem Börsengang in wenigen Wochen mit bis zu 20 Milliarden Euro bewertet werden. Bei dem Gang aufs Parkett von Innogy, die das Geschäft mit erneuerbaren Energien des Stromkonzerns RWE bündelt, sollen insgesamt rund 5 Milliarden Euro eingesammelt werden. Allein RWE will bis zu 1,6 Milliarden Euro erlösen. Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat sich vorab bereits ein Aktienpaket im Wert von 940 Millionen Euro gesichert. "Der Börsengang scheint gut vorbereitet zu sein", sagte ein Börsianer. Das stärke die Erfolgsaussichten und damit auch die Perspektiven für die RWE-Aktie.

Die Innogy-Aktien sollen zwischen 32 und 36 Euro angeboten werden. Fest geplant sei die Platzierung von 20 Prozent der Innogy-Aktien inklusive der Mehrzuteilungsoption. "Wir starten jetzt mit dem Endspurt für den Börsengang von Innogy", erklärte RWE-Chef Peter Terium.

Abhängig vom finalen Platzierungspreis könnte der Börsengang brutto 1,8 Milliarden bis 2,0 Milliarden Euro für Innogy erlösen, wie aus einer Mitteilung weiter hervorgeht. Bei hoher Nachfrage könne das Angebot um bis zu 25,3 Millionen Aktien erhöht werden. Darüber hinaus seien bis zu 12,6 Millionen Aktien aus dem Bestand von RWE zur Deckung eventueller Mehrzuteilungen vorgesehen.

Innogy will die Einnahmen aus dem Börsengang überwiegend für Investitionen in die Kerngeschäftsfelder, wie erneuerbare Energien, verwenden. RWE hatte bereits angekündigt, Erlöse aus dem Verkauf von Bestandsaktien zur Finanzierung der Kosten des Atomausstiegs zu nutzen.

Kandidat für den MDax

RWE hatte angesichts der Umbrüche auf den Strommärkten sein Wachstumsgeschäft mit den erneuerbaren Energien, Vertrieb und Netzen in die neue Gesellschaft Innogy ausgegliedert, die Anfang April gestartet ist. Der Mutterkonzern konzentriert sich auf das konventionelle Kraftwerksgeschäft und den Energiehandel. RWE will langfristig die Mehrheit an Innogy halten und die Tochter als reine Kapitalbeteiligung führen. Innogy soll einen Großteil des RWE-Gewinns erwirtschaften.

Konkurrent Eon hat seine Wachstumsaktivitäten ebenfalls vom traditionellen Kraftwerksgeschäft abgetrennt. Anders als RWE konzentriert sich Eon aber auf die erneuerbaren Energien und hat den Energiehandel und das Stromerzeugungsgeschäft in das Unternehmen Uniper ausgelagert, das Mitte September an die Börse gebracht worden war.

Wann Innogy schließlich die Erstnotiz anstrebt, ist noch unklar. Bisher hatte RWE das vierte Quartal als Termin genannt. Aktuell ist ein rund zweiwöchiges Bookbuilding-Verfahren zur Festlegung des Platzierungspreises geplant. Die Notierung ist dann im Prime Standard geplant. Genauso wie Uniper ist Innogy ein heißer Kandidat für den MDax.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ