Wirtschaft

Bis zu 100.000 JobsRegierung erwartet Job-Boom bei Werften, Häfen und Offshore-Energie

24.04.2026, 18:53 Uhr
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Christoph Ploß zeigt sich mit Blick auf die Zukunft optimistisch. (Foto: picture alliance/dpa)

Schiffbau und Co. bringen Deutschland jedes Jahr Milliarden ein und sind besonders bedeutend für den Außenhandel. Nun rechnet die Regierung mit einem Boom gut bezahlter Arbeitsplätze - vor allem in strukturschwächeren Regionen.

Die Bundesregierung rechnet mit einem Job-Boom in der maritimen Wirtschaft. In den nächsten fünf Jahren dürften mehr als 100.000, meist gut bezahlte Arbeitsplätze in der Branche entstehen, sagte der Koordinator der Bundesregierung für den Sektor, der CDU-Politiker Christoph Ploß, zu Journalisten. Die Stellen "werden auch in Regionen entstehen, die derzeit nicht so viele Industriearbeitsplätze haben", etwa in Mecklenburg-Vorpommern.

Dort gebe es natürlich schon eine Tradition im Schiffbau, "aber diese Standorte werden in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut", sagte er. "Ich rede da zum Beispiel von Wolgast": Dort werde Rheinmetall "in den nächsten Jahren vermutlich stark investieren. Dort werden hunderte neue Arbeitsplätze entstehen", fuhr Ploß fort. An einem Standort wie Wismar könne man davon ausgehen, dass der U-Boot- und Fregattenbauer TKMS "alleine für 1500 Arbeitsplätze sorgen wird".

Es handele sich bei der maritimen Wirtschaft um eine "echte Zukunftsbranche", von der auch die Zulieferbetriebe in Bundesländern fern von den deutschen Küsten profitierten, sagte der CDU-Politiker. Laut Wirtschaftsministerium spielt die Branche eine wichtige Rolle für Deutschlands Außenhandel. Mit rund 50 Milliarden Euro Umsatz und 400.000 Arbeitsplätzen umfasst sie den Schiffbau, Häfen, Reeder, Meerestechnik und Offshore-Windenergie - meist in Norddeutschland.

NMK mit Sicherheits-Schwerpunkt

Nächste Woche Mittwoch und Donnerstag findet im ostfriesischen Emden die 14. Nationale Maritime Konferenz (NMK) statt. Eröffnet wird sie mit einer Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz. Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Verkehrsminister Patrick Schnieder wollen vor Ort sein, ebenso die Regierungschefs der Länder Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Ploß sagte, das Treffen solle die Bedeutung der Branche unterstreichen. Schwerpunktthema dieses Jahr sei Sicherheit. Die Bundesregierung hat die Schuldenbremse gelockert, um wesentlich mehr Geld in Aufrüstung stecken zu können. Er sagte, Deutschland brauche leistungsfähige Häfen und Reeder. Dies sei auch für Energielieferungen wichtig. Werften und Unternehmen der Branche können vom Bund bei Investitionen größere Bürgschaften beantragen.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/rts

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