Wirtschaft

"Die Nummer eins in Deutschland" Renault greift nach der Elektro-Krone

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Ladepause an der Steckdose: Ein Renault "Zoe" in Cottbus.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Gratis Parken und freie Fahrt auf der Busspur? Um die Elektrowende im deutschen Automarkt in Schwung zu bringen, fordert Renault stärkere Impulse vom Staat. Schon jetzt sehen sich die Franzosen bei E-Autos in Deutschland vorn.

Der französische Automobilkonzern Renault setzt sich für eine massive staatliche Förderung der Elektromobilität in Deutschland ein. Würden Nutzern von Stromern entsprechende Vorteile eingeräumt, "dann würden wir in Deutschland auch viel mehr und viel schneller Elektrofahrzeuge verkaufen", sagte Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz. In anderen Staaten könnten E-Pkw bereits vielerorts kostenlos parken und Busspuren mitbenutzen.

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Fahrverbote von Diesel-Fahrzeugen, wie sie in Stuttgart oder Düsseldorf drohen, hält er hingegen für wenig hilfreich - stattdessen sollten die klimaschonenden Antriebe bevorteilt werden. Im Gegensatz zu deutschen Konkurrenten verkauft Renault bereits vergleichsweise viele Elektroautos. Das liegt auch daran, dass der Heimatmarkt des Konzerns - Frankreich - seit deutlich längerer Zeit elektrisch angetriebene Fahrzeuge fördert, das Ladesäulennetz besser ausgebaut ist und die Nachfrage dort höher ist.

Der deutsche Markt für E-Pkw ist trotz einer seit 2016 geltenden staatlichen Kaufprämie zwar noch klein, er wächst aber. Renault sieht sich dabei gut im Rennen: Etwa jedes fünfte Elektroauto, das im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassen wurde, war nach Unternehmensangaben von Renault. Die Zahl der in Deutschland verkauften Elektro-Renaults kletterte 2017 um ein Drittel auf 5100 Fahrzeuge. Nach Darstellung von Hochgeschurtz war hierbei die seit 2016 geltende staatliche Förderung - bis zu 4000 Euro pro Stromer - hilfreich.

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Marktführer im deutschen E-Segment: Renault-Deutschlandchef Uwe Hochgeschurtz.

(Foto: imago/sepp spiegl)

Im Nischenmarkt der E-Modelle konnte Renault die deutschen Autobauer fast abhängen. Mit Modellen wie "Twizy", "Zoe" und "Kangoo Z.E." setzte Renault 2017 im deutschen Markt erstmals mehr als 5000 E-Autos ab, wie Deutschland-Chef Hochgeschurtz erklärte. "Das ist ein kräftiges Plus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr." Der Marktanteil bei batteriebetriebenen Fahrzeugen liege per Ende November bei 17,3 Prozent.

"Damit ist Renault die Nummer eins in Deutschland bei Elektrofahrzeugen." Bestseller sei der "Zoe" gewesen, der eine Fahrreichweite von 300 Kilometern bietet. Hochgeschurtz kündigte an, Renault werde 2018 erstmals einen elektrisch betriebenen 3,5-Tonner auf den Markt bringen. Kunden aus dem Bereich Logistik und Internethandel hätten starkes Interesse signalisiert.

Ein Fünftel von den Franzosen

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden 2017 in Deutschland insgesamt 25.056 Elektrofahrzeuge zugelassen, doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Absatz von E-Pkw bleibt vorerst noch ein Nischenmarkt: Die Franzosen verkauften im vergangenen Jahr in Deutschland mit den Marken Renault und Dacia insgesamt 224.000 Fahrzeuge, ein Plus von 12,9 Prozent. Der Marktanteil kletterte auf 6,04 Prozent von 5,49 Prozent in 2016.

Alles in allem ist der Autoabsatz in Deutschland 2017 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Insgesamt wurden 3,44 Millionen Pkw in Deutschland neu zugelassen, rund drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl von allen neu zugelassenen Renaults in Deutschland stieg nach Firmenangaben im Vorjahresvergleich um 7,4 Prozent auf 135.600.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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