Wirtschaft

System drosselt auf 180 km/h Renault plant Tempolimit bei Neuwagen

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Bis 2030 will Renault zu mindestens 90 Prozent Elektroautos produzieren.

(Foto: imago images/Geisser)

Die Höchstgeschwindigkeit neuer Renault-Modelle soll künftig reguliert werden. Um Unfällen vorzubeugen, ist für den Fahrer dann bei 180 km/h Schluss. Ein anderer Hersteller setzt bereits auf ein solches System. Beim Thema E-Mobilität geben die Franzosen sich derweil äußerst ehrgeizig.

Der französische Autobauer Renault will die Geschwindigkeit seiner Neuwagen auf 180 Kilometer pro Stunde begrenzen, um Verkehrsunfälle zu verhindern. Überhöhte Geschwindigkeit sei der Grund für ein Drittel der tödlichen Autounfälle, sagte Renault-Chef Luca de Meo am Freitag bei der Hauptversammlung seines Unternehmens in Paris. Daher sollten die Modelle von Renault und Dacia künftig nicht schneller fahren als 180 km/h.

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Der schwedische Autobauer Volvo hatte dieses Limit bereits 2020 eingeführt. Auch dort fahren alle Neuwagen maximal 180 km/h. Selbst die Top-Modelle mit bis zu 400 PS wurden reguliert. Renault will laut De Meo ohnehin alle seine Fahrzeuge mit einem automatischen Tempo-Regulierungssystem namens Safety coach ausrüsten. Dieses passe die Geschwindigkeit entsprechend der vor Ort geltenden Tempolimits an und berücksichtige auch Gegebenheiten wie gefährliche Kurven, das Wetter oder die Aufmerksamkeit des Fahrers.

E-Mobilität wird ausgeweitet

Bei Autos mit Elektroantrieb will Renault zudem Spitzenreiter in Europa werden. "Die Marke Renault hat den Ehrgeiz, den Mix in Europa zu haben, der am grünsten ist(...)", so de Meo. 2025 solle der Anteil von elektrifizierten Personenwagen 65 Prozent betragen. 2030 sei dann ein Anteil von mindestens 90 Prozent geplant, sagte de Meo. Das Aktionärstreffen fand wegen der Corona-Beschränkungen in Frankreich als Onlineveranstaltung statt.

Der Italiener de Meo saniert den Konzern, zu dem auch die Marken Dacia und Lada gehören. Dabei forciert er die E-Mobilität, bei der Renault bereits auf eine lange Erfahrung zurückblickt. Bis 2030 will de Meo die Emissionen der in Europa verkauften Autos um 65 Prozent senken. Weltweit solle der Rückgang dann 35 Prozent betragen. Nach früheren Daten des Kraftfahrt-Bundeamtes in Flensburg wies Renault im vergangenen Jahr mit 101,2 Gramm pro Kilometer den niedrigsten durchschnittlichen CO2-Ausstoß unter den Marken mit mindestens 100.000 Neuzulassungen auf.

Der Umsatz des Konzerns war zu Jahresbeginn leicht um 1,1 Prozent auf 10,02 Milliarden Euro gesunken. Von Anfang Januar bis Ende März setzte der Hersteller rund 665 000 Fahrzeuge ab, das war im Vorjahresvergleich ein Plus von 1,1 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern vor allem wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von acht Milliarden Euro eingefahren.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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