Wirtschaft

"Chaos" nach Preisschock Russland will Ölmengen neu verhandeln

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Im Streit um die Ölfördermengen will Russland offenbar neu verhandeln.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Der erbitterte Streit um Fördermengen zwischen Saudi-Arabien und Russland führt zu einem massiven Einsturz des Ölpreises. Nach dem Preisschock stellt Moskau neue Verhandlungen in Aussicht. Derweil will die saudi-arabische Seite weiter den Ölhahn aufdrehen.

Nach dem Ölpreis-Crash ist Russland zu neuen Verhandlungen mit Saudi-Arabien über Fördermengen bereit. Ein Kompromiss mit dem Land bei der Reduzierung der Öl-Fördermengen sei nicht ausgeschlossen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 68,83

Auf dem Ölmarkt hatte zum Wochenauftakt ein Preiskrieg begonnen. Russland ist in hohem Maße von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen. Der Crash sorgte deshalb für Turbulenzen in der Rohstoffgroßmacht. Der Rubel verlor massiv an Wert gegenüber dem US-Dollar und dem Euro. Die Aktien von Energiefirmen wie Rosneft, Lukoil und Gazprom fielen um zwischen 12 und 15 Prozent. Danach verloren auch russische Technologieaktien.

Hintergrund für die aktuellen Turbulenzen ist, dass sich Russland und Saudi-Arabien in der vergangenen Woche nicht darauf einigen konnten, die bisherige Vereinbarung über reduzierte Fördermengen zu verlängern. Infolgedessen waren die Ölpreise zum Wochenanfang abgestürzt wie seit Jahrzehnten nicht. Das verstärkte an den Finanzmärkten die Furcht vor einer Wirtschaftskrise im Zuge der Coronavirus-Epidemie und versetzte weltweit Anleger in Panik. US-Präsident Donald Trump reagierte mit der Ankündigung eines größeren Hilfspakets.

Gazprom
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Die Aussicht auf staatliche Unterstützung für von der Coronavirus-Epidemie gebeutelte Unternehmen sorgte zunächst am Ölmarkt für Auftrieb. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 5,1 Prozent auf 36,12 Dollar je Barrel. Allerdings hielten Sorgen über die schwächelnde Nachfrage den Preisanstieg in Schach. Zugleich belastete die Ankündigung des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco, im April den Ölhahn aufzudrehen und 12,3 Millionen Barrel pro Tag zu fördern. Das seien 300.000 Barrel mehr, als das Unternehmen auf längere Zeit produzieren könne, erklärte Firmenchef Amin Nasser.

Russische Medien prangern "Chaos" an

Während die russische Regierung betonte, auf den Preisschock vorbereitet gewesen zu sein, kritisierten russische Medien "Chaos" in Russland. Niemand habe die Menschen darauf vorbereitet, schrieb etwa die Zeitung "Kommersant". Der russische Energieminister Alexander Nowak betonte derweil, sein Land sei bereit, die Zusammenarbeit mit dem Ölkartell Opec und den in der Opec+ vereinten Förderländern fortzusetzen. "Die Türen sind nicht geschlossen", sagte Nowak im Interview des russischen Staatsfernsehens Rossija 24. Nowak ging davon aus, dass es Monate dauern könne, bis sich der Ölpreis erhole.

Die Wirtschaft des Landes steckt wegen weitreichender Sanktionen der EU und der USA gegen Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts seit Jahren in der Krise. Die Menschen klagen über gesunkene Einkommen und massive Preissteigerungen etwa bei Lebensmitteln. Verschärft hatte sich die Situation zuletzt wegen des Coronavirus.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/rts

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