E-Auto-Prämie hilft nichtSchlechtes Musk-Image lässt Teslas Marktanteil schrumpfen

Die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland ist hoch - nicht zuletzt dank der Kauf- und Leasingprämie. Ein Pionier kann davon aber nicht profitieren: Tesla. Der US-Autobauer verliert sogar Marktanteile. Das liegt einer Studie zufolge am schlechten Image des Besitzers.
Der Elektroautopionier Tesla profitiert von dem jüngsten E-Fahrzeug-Boom in Deutschland nicht so stark, wie er könnte. Das zeigt eine Studie der Marktforschungsunternehmen Uranos (Hamburg) und Dynata (Connecticut, USA) für den "Spiegel". Obwohl hierzulande im ersten Halbjahr fast jedes vierte neu zugelassene Auto einen Elektromotor hatte, liegt Teslas Marktanteil mit knapp 2 Prozent unter dem Höchststand von 2022, als er 2,6 Prozent erreichte.
Tesla verkaufte 2022 fast 70.000 Autos, im ersten Halbjahr dieses Jahres waren es knapp 29.000. "Die Marke Tesla ist nicht so stark wie vor ein paar Jahren", sagte Uranos-Mitgründer Björn Welzel. Der Grund liege vor allem in der Person Elon Musk. "Der Marktanteil könnte viel höher sein, wenn er sich politisch nicht so positioniert hätte." Musk hatte 2025 zeitweise für die Regierung von US-Präsident Donald Trump gearbeitet und mehrfach seine Sympathie für die in Teilen rechtsextreme AfD bekundet. Das hatte dazu beigetragen, dass sich viele Kunden von Tesla abwandten, wie Uranos seinerzeit analysierte.
Nun haben Uranos und Dynata erneut Autofahrer befragt und aus einer Stichprobe von 1031 Tesla-Besitzern und potenziellen E-Auto-Käufern die Haltung zu Tesla und Musk herausgefiltert. Generell zeigte sich, dass der Umstieg auf ein E-Auto neben dem Umweltbewusstsein (51 Prozent) vor allem durch Kostenvorteile getrieben ist (49 Prozent). Das lässt sich mit der neuen Kaufprämie für E-Autos sowie mit dem infolge des Irankriegs gestiegenen Benzinpreis erklären.
Davon profitiert auch Tesla. Die Umfrage zeigt, dass die Befürworter sich für einen Tesla interessieren, weil sie die Marke für innovativ halten (56 Prozent), auf ein E-Auto umsteigen wollen (52 Prozent) oder von der technologischen Leistung (43 Prozent) überzeugt sind. Die Tesla-Gegner dagegen begründen ihre Ablehnung vor allem mit politischen oder kontroversen Aussagen von Musk (50 Prozent) sowie seinem Verhalten in der Öffentlichkeit (44 Prozent).
Die Einstellung von Tesla-Fans und -Gegnern ist weniger durch Alter oder Einkommen geprägt als von der Weltanschauung: "Das Pro-Lager denkt neoliberal, das Kontra-Lager ist links-progressiv geprägt", sagte Welzel. In frei formulierten Umfrageantworten zeigte sich, wie sehr Musk polarisiert. "Elon Musk ist für mich ein starker Vertreter des modernen Faschismus", sagte ein Ablehner. Ein Anhänger sieht in ihm dagegen einen "guten Mann, dem wir Meinungsfreiheit verdanken in Zeiten des Linksfaschismus".