Wirtschaft

USA haben kaum ProblemeSo abhängig sind Staaten vom Öl aus dem Nahen Osten

03.03.2026, 10:41 Uhr
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Eine Ölbohranlage in Bahrain. (Foto: picture alliance / ipa-agency)

Tanker stecken in der Straße von Hormus fest - wie lange, ist unklar. Die Öl-Preise steigen aktuell beträchtlich. Die Auswirkungen möglicher Lieferengpässe treffen aber nicht alle Industriestaaten gleichermaßen. Während die USA weitgehend autark sind, sieht das in China und Indien anders aus.

Die Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran schürt Sorgen vor Lieferausfällen bei Öl und Erdgas. Die Ölpreise legten sowohl am Montag als auch am Dienstag zum Handelsstart zunächst deutlich zu. Ein Überblick über die Abhängigkeiten und Reserven wichtiger Abnehmer:

Europa

Der Anteil des Nahen Ostens an den europäischen Rohölimporten ist mit rund fünf Prozent vergleichsweise gering. Allerdings ist Europa bei Kraftstoffen deutlich abhängiger: Daten des Analysehauses Kpler zufolge ist die Region der wichtigste Lieferant von Mitteldestillaten, zu denen Diesel und Kerosin gehören.

USA

Die Vereinigten Staaten haben ihre Abhängigkeit drastisch reduziert und sind mittlerweile der weltweit größte Öl- und Erdgasproduzent. Die Importe aus den Golfstaaten lagen im vergangenen Jahr bei weniger als 0,9 Millionen Barrel pro Tag (bpd) bei einem Gesamtbedarf von über 20 Millionen bpd. Als weltweit führender Exporteur von Flüssigerdgas (LNG) beziehen die USA zudem fast kein LNG aus dem Nahen Osten.

China

Der weltweit größte Rohölimporteur bezieht rund die Hälfte seiner Lieferungen aus dem Nahen Osten. Die Volksrepublik ist zudem der wichtigste Abnehmer von iranischem Öl. Analysten schätzen die strategischen Reserven Pekings auf rund 900 Millionen Barrel, was den Importbedarf von knapp drei Monaten decken würde.

Japan

Das Land bezieht rund 95 Prozent seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten. Etwa 70 Prozent davon passieren die Straße von Hormus. Allerdings verfügt Japan über Notfallreserven, die rechnerisch für 254 Tage reichen. Beim LNG ist die Abhängigkeit geringer: Hier stammen nur elf Prozent der Lieferungen aus der Krisenregion, Hauptlieferant ist Australien.

Indien

Der Anteil von Öl aus dem Nahen Osten an den indischen Importen stieg zuletzt auf 55 Prozent, da Raffinerien weniger russisches Öl abnahmen. Auch beim LNG ist das Land verwundbar und deckt etwa zwei Drittel seines Bedarfs in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und dem Oman. Widersprüchliche Angaben gibt es zur Größe der Vorräte: Während die Regierung von Reserven für etwa 74 Tage spricht, gehen Branchenkenner eher von 20 bis 25 Tagen aus.

Südkorea

Der ostasiatische Staat deckt seinen Energiebedarf fast vollständig durch Importe. Rund 70 Prozent des Öls und 20 Prozent des LNG stammen aus dem Nahen Osten. Die strategischen Reserven von Staat und Privatwirtschaft summieren sich nach Regierungsangaben auf rund 200 Tage. Sollte es zu Lieferausfällen kommen, beabsichtigt das Land, zusätzliche Mengen aus anderen Regionen zu sichern.

Quelle: ntv.de, als/rts

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