Wirtschaft

Teure Karstadt-Pleite Staat ist größter Verlierer

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Die Pleite von Karstadt ist ein ganz schlechtes Geschäft für den Staat.

(Foto: AP)

Die Insolvenz von Karstadt kommt den deutschen Staat teuer zu stehen. Zwei Milliarden Euro stehen an Forderungen der Gläubiger aus. Ganz oben auf der Verliererliste stehen die Finanzbehörden, Arbeitsagentur und Sozialkassen. Diesen gehen wohl 650 Millionen Euro verloren.

Die Karstadt-Insolvenz wird die deutschen Steuerzahler voraussichtlich 650 Millionen Euro kosten. Schon vor der Karstadt-Gläubigerversammlung am kommenden Montag stehe der Staat als der finanziell größte Verlierer der Warenhaus-Pleite fest, berichtet die "Wirtschaftwoche" unter Berufung auf einen Bericht des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte auf Anfrage die Zahlen. Sie seien den Mitarbeitern beim Einreichen des Insolvenzplans präsentiert worden. Insgesamt geht Görg im Insolvenzplan von einem Forderungsvolumen aller Gläubiger von rund zwei Milliarden Euro aus.

Demzufolge gehen den Finanzbehörden, der Bundesagentur für Arbeit und den Sozialkassen insgesamt mehr als 650 Millionen Euro verloren. Rund 500 Millionen Euro entfallen dabei auf die Steuerbehörden. Auf 108 und 78 Millionen Euro belaufen sich die Ansprüche der Arbeitsagentur und Sozialkassen aus Insolvenzgeldzahlungen an Karstadt-Mitarbeiter. Die Insolvenzquote würde im Fall einer Zerschlagung bei nur einem Prozent liegen. Bei einer geplanten Rückzahlungsquote von drei Prozent sind demnach lediglich Rückzahlungen von rund 21 Millionen Euro an die Behörden zu erwarten. Ob es zu einer Karstadt-Übernahme kommt, sei weiter ungewiss.

In 13 Häusern, die geschlossen wurden, gab es bisher rund 900 Entlassungen. In der Hauptverwaltung sollen bis September 125 Vollzeitstellen abgebaut werden. Dadurch würden die Personalkosten in der Hauptverwaltung von 95,2 auf 86,5 Millionen Euro sinken, heißt es in den Präsentationsunterlagen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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