Wirtschaft

Eisenbahn vor Privatisierung Streiks treffen Griechen empfindlich

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Die griechischen Eisenbahnen könnten verkauft werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

An der griechischen Börse wird wieder gehandelt. Dafür stockt es nun an anderer Stelle und trifft fast die ganze Bevölkerung: Die Eisenbahner streiken. Sie wollen nicht, dass ihr Unternehmen verkauft wird. Und Kassenärzte nehmen nur noch Bargeld.

Aus Protest gegen Privatisierungspläne haben die griechischen Eisenbahner für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Zahlreiche Fahrten vor allem zwischen Athen und Nordgriechenland fallen aus. Das teilte die griechische Eisenbahn mit.

Zudem sollen am frühen Nachmittag alle Fahrten der Stadtbahn ausfallen, die Athen mit seinem Flughafen verbinden. Die griechische Eisenbahn steht ganz oben auf der Liste der Staatsunternehmen, die privatisiert werden sollen. Mit den Privatisierungen sollen griechische Schulden zurückgezahlt werden.

Die griechische Regierung soll Vermögenswerte an den geplanten Privatisierungsfonds übertragen. Anschließend soll das Eigentum an private Investoren verkauft werden. Die Erlöse sollen 50 Milliarden Euro betragen. Die Hälfte soll in die Rekapitalisierung der Banken fließen. Der Rest ist für die Schuldentilgung und Investitionen vorgesehen.

Kassenärzte monatelang nicht bezahlt

Auch viele Ärzte sind in einen Teil-Ausstand getreten: Ihr Protest richtet sich gegen die hohen Schulden des griechischen Trägers für Gesundheitsleistungen. Die griechischen Kassenärzte behandeln zwar in ihren Praxen die Patienten, diese müssen aber direkt beim Arzt zahlen.

Hintergrund sind nach Angaben der rund 8000 Kassenärzte die Schulden des Trägers bei den Kassenärzten. "Seit Februar sind wir nicht mehr bezahlt worden. Das sind acht Millionen Euro pro Monat", sagte der Präsident des Verbandes der Kassenärzte dem griechischen Nachrichtenportal "Protothema". Der Ausstand soll bis kommenden Freitag dauern.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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