Wirtschaft

Engpässe im Batteriebau Tesla befürchtet Rohstoffmangel

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Veränderungen in der Weltnachfrage: E-Autobauer wie Tesla benötigen spezielle Rohstoffe.

(Foto: REUTERS)

Die erhofften Erfolge der Elektromobilität im Massenmarkt könnten Tesla und andere E-Autobauer schnell an neue Grenzen bringen. Bei einer Konferenz in Washington warnt eine Tesla-Managerin vor drohenden Engpässen bei wichtigen Rohstoffen für die Batterieproduktion.

Der US-Elektroautohersteller Tesla stellt sich auf einen weltweiten Mangel an Nickel, Kupfer und wichtigen Mineralien für die Herstellung von Batterien ein. Der Autohersteller rechne mit einer Verknappung bei wichtigen Rohstoffen, erklärte Teslas globale Versorgungsmanagerin für Batteriemetalle, Sarah Maryssael, auf einer nicht-öffentlichen Konferenz in Washington nach Angaben von Teilnehmern.

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Eine offizielle Mitteilung gab es dazu zunächst nicht. Die Aussagen lösten in Fachkreisen jedoch gewisses Aufsehen aus. Ein Sprecher des Autobauers teilte daraufhin mit, dass Maryssaels Kommentare auf die langfristigen Versorgungsprobleme bezogen gewesen seien, die bei diesen Materialien auftreten könnten.

Der Einzug der Elektromobilität in den Massenmarkt verändert naturgemäß auch die Rohstoffnachfrage. Kupfer, Nickel, Lithium und verwandte Mineralien gelten dabei als Schlüsselkomponenten für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge und andere Anwendungsgebiete mobiler Stromspeicher.

Elektroautos verbrauchen etwa doppelt so viel Kupfer wie Verbrennungsmotoren, heißt es. Dazu kommen in wachsendem Umfang auch batteriebasierte Smart-Home-Systeme wie etwa der Google-Ableger "Nest" oder der mithörende Lautsprecher "Alexa" von Amazon.

Die sprunghaft ansteigende Nachfrage könnte die Lieferanten am Weltmarkt überfordern, fürchten Experten. Die Kupferindustrie hat Branchenkennern zufolge jahrelang zu wenig investiert und arbeite nun fieberhaft an der Erschließung neuer Minen. Der weltgrößte börsennotierte Kupfer-Produzent Freeport-McMoRan etwa baut derzeit seine Kapazitäten in den USA und in Indonesien aus.

Tesla setzt auf Nickel

Bei der Batterietechnik verfolgt Tesla eine ganz eigene Strategie. Das von Elon Musk gegründete Unternehmen bietet neben den bekannten Elektroautos auch eigene Stromspeicher für Eigenheimbesitzer an. Bei der Konferenz hinter verschlossenen Türen in Washington soll Maryssael nach Angaben von Teilnehmern auch erklärt haben, dass sich der US-Autobauer künftig stärker auf Nickel konzentrieren werde. Unternehmenschef Elon Musk hatte bereits angekündigt, weniger Kobalt in Batteriekathoden einzusetzen.

Kobalt fällt in die Kategorie der sogenannten Konfliktrohstoffe. Das Spezialmetall wird hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut. In den Kobaltminen dort sorgt die unkontrollierte Förderung für gewalttätige Auseinandersetzungen, grassierende Korruption und schwere Menschenrechtsverletzungen. Zudem gibt es immer wieder Vorwürfe, dass auch Kinder zum Kobaltabbau eingesetzt werden.

Weltmarktführer im Nickel-Abbau ist bislang noch Indonesien vor den Philippinen und Russland. Über umfangreiche Vorkommen verfügt auch Neukaledonien, ein französisches Überseegebiet vor der Ostküste Australiens. Ein Anstieg bei der Nickel-Nachfrage dürfte Folgen haben: Derzeit findet das Legierungsmetall vor allem in der Stahlveredelung und beim Bau von Katalysatoren Verwendung. Der Nickelpreis ist üblicherweise größeren Schwankungen unterworfen. An der Londoner Börse kostete die Tonne Nickel zuletzt 12.125,00 Dollar. Damit lag der Nickelpreis deutlich unter dem bisherigen Jahreshoch von gut 13.600 Dollar je Tonne.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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