Wirtschaft

Wende geschafft? ThyssenKrupp verdient wieder Geld

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Stahlkocher zurück auf Kurs? Analysten rechnen bei ThyssenKrupp wieder mit einem Quartalsgewinn.

(Foto: REUTERS)

Deutschlands größter Stahlkocher sollte in seinem zweiten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt sein. Damit sehen Experten den Konzern auch auf Kurs bei seinen Jahreszielen - und vielleicht die Rückkehr zu Dividendenzahlungen.

Vor dem Hintergrund der anziehenden Nachfrage dürfte der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt sein. Experten erwarten für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 (per Ende September) im Durchschnitt ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 296 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte ThyssenKrupp noch einen Verlust von 48 Millionen Euro eingefahren. Auch unter dem Strich rechnen die Experten mit schwarzen Zahlen. Der Dax-Konzern will morgen seinen Quartalsbericht vorlegen.

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Dem Branchenverband zufolge konnte die deutsche Stahlbranche auch im April ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Die Rohstahlproduktion legte nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl um 3,9 Prozent auf 3,7 Millionen Tonnen zu. Es war der achte Monat nacheinander, in dem die Produktion ausgeweitet wurde. Allerdings warnte der Verband vor zu großer Euphorie. Allerdings sei bleibe die konjunkturelle Grundtendenz zumindest leicht aufwärts gerichtet.

Von ermutigenden Signalen in seinen Hauptmärkten in Europa und den USA hatte bereits der globale Branchenprimus ArcelorMittal berichtet. Deutschlands Nummer zwei, Salzgitter, hatte zudem einen überraschend guten Jahresauftakt hingelegt.

Europageschäft schwächelt

Für ThyssenKrupp erwarten die Experten im Schnitt einen Quartalserlös von knapp 9,95 Milliarden Euro und damit rund vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Einzig in der Sparte Steel Europe wird mit geringeren Umsätzen - aber einem deutlich höhere Ebit - gerechnet. Unter dem Strich prognostizieren die Analysten einen Überschuss nach Anteilen Dritter von 88,5 Millionen Euro.

Bereits im Auftaktquartal seines Geschäftsjahres hatte das Unternehmen das operativen Ergebnis binnen Jahresfrist auf 247 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Unterm Strich stand nach den Monaten Oktober bis Ende Dezember indes erneut ein Minus: Der Fehlbetrag hatte sich auf 64 Millionen Euro belaufen.

Für das Gesamtjahr erwarten Experten nun Erlöse von 40,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit wird bei 1,1 Milliarden Euro gesehen. Unter dem Strich sollten 311 Millionen Euro stehen - nach einem Verlust von 1,45 Milliarden. Dies dürfte auch die Aktionäre freuen: Immerhin hat der Stahlkocher für die beiden vergangenen Geschäftsjahre keine Dividende gezahlt.

Analysten erwarten Aufwärtstrend

Zuversichtlich für das zweite Quartal hatte sich unter anderem die Commerzbank geäußert. Die Verbesserung dürfte vor allem aus Effizienzsteigerungen sowie aus einer moderaten Absatzsteigerung unter anderem im europäischen Stahlgeschäft resultieren. Das Unternehmen sei auf einem guten Weg, hieß es.

Nach Ansicht des Analysehauses Independent Research wird der Bericht über das zweite Geschäftsjahresviertel unter anderem vom Verkauf des US-Stahlwerks sowie der Rücknahme der früheren Edelstahltöchter Terni und VDM geprägt sein. Ebenso widerspiegeln sollte er die moderate Konjunkturerholung, Fortschritte beim Effizienzsteigerungsprogramm und Währungsbelastungen.

Die französische Großbank Societe Generale äußerte sich zuletzt zurückhaltender: Die Kennziffern sollten die Ziele für das Geschäftsjahr 2013/14 bestätigen. Von einem wohl soliden Quartal spricht das Analysehaus Warburg Research.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ