Wirtschaft

Verschärfte Bedingungen UN warnen vor Dollar-Krise

Immer mehr Länder wollen sich breiter aufstellen und suchen Alternativen zum US-Dollar. Die Vereinten Nationen sehen deshalb ein wachsendes Risiko, dass der Dollar kollabieren könnte. Schuld sind die Zinsunterschiede zwischen den Wirtschaftsnationen und der immense Schuldenberg der USA.

Die Vereinten Nationen haben vor einer Vertrauenskrise des Dollars gewarnt. Sollte der Greenback gegenüber anderen Währungen weiter an Wert verlieren, bestehe sogar das Risiko eines Kollapses, hieß es in einem Bericht zur Lage der Weltökonomie.

Der Wechselkurs gegenüber einem Korb von Schlüsselwährungen habe den niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren erreicht. Der Trend sei durch  Zinsunterschiede zwischen den USA und anderen wichtigen Wirtschaftsnationen forciert worden. Zudem stiegen die Sorgen über die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen, die zur Hälfte in der Hand von Ausländern seien.

Sollten Schwellenländer in massivem Umfang die US-Währung verkaufen, könnte das Risiko eines Abgleitens entstehen, sagte der UN-Ökonom Rob Vos. Ein Kollaps stehe zwar nicht unmittelbar bevor. Aber die Bedingungen dafür würden sich verstärken, so dass es schnell dazu kommen könnte, sollte sich die Lage an anderen Fronten nicht aufhellen.

Die USA hatten Mitte Mai die gesetzlich erlaubte Schuldengrenze erreicht und dürfen sich zunächst kein frisches Geld mehr leihen. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte unlängst vor einer Abstufung der US-Bonität von derzeit AAA gewarnt, sollte die Regierung den immensen Schuldenberg in den kommenden zwei Jahren nicht in den Griff bekommen.

Eine Abwertung könnte den Status der USA als mächtigste Volkswirtschaft der Welt untergraben und den Dollar als wichtigste Währung ablösen.

Aufholjagd des Yuan

Bereits vergangene Woche hatte ausgerechnet die US-geführte Weltbank das Ende der Dollar-Herrschaft prophezeit. Angeblich könnte der Zeitpunkt für die Ablösung 2025 gekommen sein. Als heißester Anwärter für die Nachfolge als Letwährung wird von vielen der chinesische Yuan gehandelt. Die Ökonomen der Weltbank sehen das jedoch etwas anders. Sie gehen eher davon aus, das es ein System mit mehreren Währungen geben wird. In diesem System könnte auch der Euro eine wichtige Rolle spielen - vorausgesetzt die Eurozone und ihre Gemeinschaftswährung verkraftet die Schuldenkrise.

Richtig ist aber, dass die Regierung in Peking seit Monaten an einer Strategie arbeitet, die Bedeutung des Yuan weltweit auszuweiten und den Dollar als Leitwährung abzulösen. Außerdem werden China und die anderen aufsteigenden Schwellenländer Brasilien, Indien Indonesien, Russland und Südkorea nach Angaben der Weltbank bis 2025 mehr als die Hälfte des globalen Wachstums auf sich vereinen.

"Die Balance des weltweiten Wachstums und der Vermögensanlagen wird sich zugunsten der aufstrebenden Länder verschieben", schrieb der Autor der Weltbank-Studie, Mansoor Dailami. der Dollar hat damit an mehreren offenen Fronten.

Quelle: ntv.de, dd/rts

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