Wirtschaft

Anleihenrenditen klettern weiterUS-Anleger stehen weiter unter Ölpreisschock

15.09.2026, 23:32 Uhr
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Vor dem Zinsentscheid geht es an der Wall Street abwärts. (Foto: IMAGO/UPI Photo)

Wie das Kaninchen vor der Schlange blicken die US-Anleger auf die Fed. Die Notenbank wird morgen ihren Zinsentscheid verkünden - aller Voraussicht nach steht die erste Erhöhung seit drei Jahren an. Die US-Aktien geben im Vorfeld nach.

Die Furcht vor steigenden Zinsen und anziehende Ölpreise haben die Anleger an der Wall Street am Dienstag in die Flucht geschlagen. Der Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,6 Prozent auf 52.093 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,8 Prozent auf 25.982 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,4 Prozent auf 7586 Stellen ein.

Im Mittelpunkt des Interesses stand die US-Notenbank Fed, die am Mittwoch ihre zweitägige Zinssitzung beendet. Angesichts eines robusten Arbeitsmarktes und der durch den Krieg im Nahen Osten angeheizten Inflation rechnen Investoren fest mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Es wäre die erste Anhebung seit mehr als drei Jahren.

Im Vorfeld kletterte die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen über die Marke von fünf Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2007. Die Rendite der zinssensitiven zweijährigen Anleihe stieg auf 4,661 Prozent.

Die geopolitischen Spannungen und neue Angriffe auf die Energieinfrastruktur Saudi-Arabiens trieben derweil die Ölpreise weiter in die Höhe. WTI schloss 4,4 Prozent höher bei 105,83 Dollar pro Barrel, Brent bei 108,75 Dollar. Die Entwicklung bescherte dem Energiesektor als einziger großen Branche ein Plus von 2,3 Prozent. "Das wird wahrscheinlich keine einmalige Sache sein, sondern eine Reihe von Zinserhöhungen", sagte Paul Nolte, Marktstratege beim Vermögensverwalter Murphy & Sylvest, mit Blick auf die Fed. "Es wird vom Öl abhängen. Das ist wirklich die Quelle der Inflation, und sie beginnt, in andere Teile des Marktes durchzusickern."

Unter den Einzelwerten standen Technologie- und Kryptowerte unter Druck. Sorgen über den hohen Energiebedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) belasteten die Stimmung. Der Halbleiterindex erholte sich kaum von seinem Kursrutsch vom Montag und schloss lediglich 0,4 Prozent im Plus.

Ein Rückschlag im US-Senat für ein geplantes Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen drückte die Aktien von Coinbase und Microstrategy um zehn beziehungsweise 5,4 Prozent ins Minus. Dagegen stiegen die Titel von Waystar um 7,1 Prozent. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge prüft das Softwareunternehmen für das Gesundheitswesen strategische Optionen, darunter einen möglichen Verkauf. 

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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