Wirtschaft

Nike und Mikron geben Zuversicht US-Börsen berappeln sich

imago0145714331h.jpg

Nach den Verlusten des Vortags stehen die Zeichen wieder auf Erholung.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Nach dem schwachen Wochenauftakt kann sich der New Yorker Aktienmarkt wieder erholen. Mehrere Ankündigungen der US-Regierung stimmten die Anleger optimistisch und lassen die Sorgen wegen der Omikron-Ausbreitung zumindest tein wenig in den Hintergrund treten.

Die US-Börsen haben sich am Dienstag von den deutlichen Verlusten zu Wochenbeginn wieder kräftig erholt. Der Dow-Jones-Index schloss 1,6 Prozent höher bei 35.493 Punkte, der S&P-500 legte 1,8 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq-Composite notierte 2,4 Prozent fester. Die Ängste in Bezug auf die weitere Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante, die am Montag für deutliche Verluste an den Börsen sorgten, blieben allerdings bestehen. Laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC hat sich die neue Mutante in den USA als vorherrschende Virus-Variante durchgesetzt. Dazu kommen die weltweit wieder verhängten Beschränkungen, die erneut negative Auswirkungen auf die globale Konjunkturerholung haben dürften.

US-Präsident Joe Biden plant indessen die Virus-Verbreitung durch kostenlose Schnelltests einzudämmen. Zudem soll die Unterstützung für Krankenhäuser verstärkt und die Impfkampagne ausgeweitet werden. Für Entspannung sorgten zudem die Entwicklungen rund um das billionenschwere Sozial- und Klimaschutzpaket von US-Präsident Joe Biden, welches auf der Kippe steht. So soll es zuletzt ein Gespräch zwischen Biden und dem demokratischen Senator Joe Manchin gegeben haben, um diesen doch noch zu einer Zustimmung zu bewegen. Diese ist entscheidend, da sich die Demokraten im US-Kongress keinen einzigen Abweichler erlauben können, wenn sie das Gesetz verabschieden wollen.

Konjunkturseitig ist das Defizit in der US-Leistungsbilanz im dritten Quartal 2021 deutlicher als erwartet gestiegen. Zudem wurde das Defizit des zweiten Quartals nach oben revidiert.

Nike und Micron nach Zahlen mit Kurssprüngen

Nike
Nike 86,40

Der Sportartikelhersteller Nike hat in seinem zweiten Geschäftsquartal trotz rückläufiger Umsätze in China und anhaltender Probleme in der Lieferkette Umsatz und Gewinn gesteigert und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Die Aktie gewann 6,1 Prozent.

Der Speicherchiphersteller Micron (+10,5%) übertraf mit dem Umsatz im Berichtsquartal den Konsens zwar nur leicht, lag dafür aber mit seinem Umsatzausblick etwas deutlicher über den Prognosen der Analysten. Ähnlich sah es auf der Gewinnseite aus. Die Kurse der Chipkonkurrenten AMD und Intel legten um 6,2 bzw 2,4 Prozent zu, Nvidia verbesserten sich um 4,9 Prozent.

McDonald's (+1,0%) veräußert ein erst vor drei Jahren gekauftes Startup an den Kreditkarten-Konzern Mastercard (+4,1%). Wie die Schnellrestaurantkette mitteilte, soll die Dynamic Yield Ltd durch die Übernahme beschleunigt wachsen. McDonald's wolle weiter mit Dynamic Yield und Mastercard zusammenarbeiten, um die Technologie des Unternehmens auf weitere Märkte zu bringen.

Micron Technology
Micron Technology 52,55

United Parcel Service (UPS) hat bei Boeing (+5,9%) 19 Großraum-Frachtflugzeuge bestellt. Die Maschinen sollen laut Mitteilung zwischen 2023 und 2025 ausgeliefert werden. Die Aktie von UPS notierte 2,3 Prozent höher.

Der Medien und Telekomkonzern AT&T (+1,2%) verkauft seine Online-Anzeigenplattform Xandr an Microsoft (+2,3%) und gibt damit seine Ambitionen auf, eine wichtige Rolle im digitalen Marketing zu spielen. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben.

Die Aktien von General Mills fielen um 4,0 Prozent. Der Lebensmittel-Konzern hat für das zweite Geschäftsquartal einen schwächer als erwarteten Gewinn vermeldet. Das Unternehmen verwies auf eine "beispiellose Kombination" von Kostensteigerungen und Unterbrechungen in den Lieferketten.

Ölpreise legen kräftig zu

Brent Rohöl
Brent Rohöl 88,61

Mit den Ölpreisen ging es kräftig nach oben. Auslöser waren Berichte über eine Unterbrechung der libyschen Ölproduktion. Milizen haben Berichten zufolge das Ölfeld El Sharara stillgelegt. Das größte Ölfeld des Landes könne 300.000 Barrel leichtes Rohöl pro Tag liefern. Aber auch weitere Ölfelder seien betroffen. Laut der Marktstrategen von Oanda sei die Unterbrechung im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Libyen am 24. Dezember politisch motiviert.

Der Dollar-Index gab 0,1 Prozent nach. Oanda-Experte Jeffrey Halley sieht die jüngste leichte Dollarschwäche als Folge von Gewinnmitnahmen nach der Rally zuvor. Das Potenzial nach unten für den Greenback sei allerdings begrenzt, weil der Markt verwundbar bleibe mit Blick auf Schlagzeilen zur Omikron-Variante, die die Anleger immer wieder in den Dollar als sicheren Hafen treiben könnten.

Der Goldpreis gab leicht nach, lag aber weiter nahe der Marke von 1.800 Dollar. Am Anleihemarkt ging es für die Renditen weiter aufwärts. Die Rendite zehnjähriger Titel gewann 4,8 Basispunkte auf 1,47 Prozent. Teilnehmer verwiesen auf leicht nachlassende Omikron-Sorgen.

Quelle: ntv.de, ino/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen