Wirtschaft

Neues Rezessionsgespenst US-Regierung schreckt auf

Trotz begonnenen Aufschwungs sieht Barack Obama die US-Wirtschaft noch nicht über dem Berg. Er warnt davor, dass bei einer exzessiven Staatsverschuldung ein Rückfall in die Rezession drohe. Experten sehen bereits düstere Vorzeichen für die Erholung.

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Höchste Arbeitslosenquote in den USA seit 1983.

(Foto: REUTERS)

Angesichts der tiefen Wirtschaftskrise in den USA denkt Präsident Barack Obama über Anreize nach, durch die neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Entschieden sei nichts, sagte Obama in einem Interview des US-Senders Fox News. "Wir schauen uns das an."

Zugleich warnte er davor, dass bei einer exzessiven Verschuldung des Staates ein Rückfall in die Rezession drohe, weil das eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern auslösen könnte. Experten sehen im jüngsten Einbruch der Wohnbaubeginne düstere Vorzeichen für die Erholung.

Die Zahl der Baubeginne gab im Oktober um 10,6 Prozent nach und damit so stark wie seit Januar nicht mehr, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Aufs Jahr hochgerechnet liefen die Bauarbeiten für 529.000 Wohnungen an - so wenige waren es zuletzt im April. "Ich hatte mich davon überzeugt, dass wir die Trendwende hier geschafft haben - jetzt bin ich nicht mehr davon überzeugt", sagte David Resler von Nomura Securities International.

Der Rückgang der Bautätigkeit werde weitreichende Folgen haben, warnte Dan Cook von IG Markets: "Es werden Bauarbeiter gekündigt, und die Zulieferer trifft es auch. Das sind überhaupt keine guten Nachrichten."

Immobilienprogramm läuft aus

Am Immobilienmarkt waren zuletzt Anzeichen für eine Stabilisierung erkennbar, nach einem drei Jahre währenden Absturz. Dabei dürfte eine Steuererleichterung für Immobilienkäufer eine wichtige Rolle gespielt haben: Wer das erste Mal ein Eigenheim erwarb, erhielt 8000 Dollar Steuernachlass. Das Programm traf auf große Nachfrage, lief aber im Oktober aus. Das dürfte die Nachfrage gedämpft haben. Wie tief der Einbruch am Immobilienmarkt zudem immer noch ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Die Zahl der Baubeginne lag dabei um fast ein Drittel niedriger.

Zugleich legten die Verbraucherpreise im Oktober stärker zu als erwartet, vor allem teurere Autos und steigende Energiepreise trieben die Lebenshaltungskosten binnen Monatsfrist um 0,3 Prozent nach oben. Verglichen mit dem Vorjahr gaben die Preise um 0,2 Prozent nach. Damit sei die Inflation vergleichsweise ruhig, sagte Doug Roberts von Channel Capital Research.com. "Angesichts der wirtschaftlichen Lage wird die Fed die Zügel nicht anziehen", sagte er. "Es ist sehr schwer, die Geldpolitik zu straffen, wenn man 10,2 Prozent Arbeitslose hat."

Jobgipfel im Dezember

Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. Zugleich kämpft das Land jedoch mit der steigenden Arbeitslosigkeit; die Quote ist derzeit sogar so hoch wie seit 1983 nicht. Obama hat für Anfang Dezember einen Jobgipfel einberufen. Dabei sollen Konzernchefs, Gewerkschaftsbosse, Mittelständler und Wirtschaftsforscher über Auswege aus der Arbeitsmarktmisere beraten.

Nach Angaben aus Regierungskreisen soll es aber nicht um ein weiteres Konjunkturpaket gehen. Im abgelaufenen Haushaltsjahr häuften die USA ein Rekorddefizit von 1,42 Bill. Dollar an. Ursachen für das Riesenloch im Staatshaushalt sind die Rettungspakete für die Banken und das gigantische Konjunkturprogramm.

Quelle: ntv.de, wne/rts

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