Wirtschaft

Verluste zum Jahresauftakt Umbau drückt Tui-Ergebnis

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Tui will sein Kreuzfahrt-Programm wieder auf Kurs bringen - eine von vielen Baustellen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Reisekonzern Tui schreibt im Auftaktquartal rote Zahlen. Allerdings muss die Branche zu dieser Zeit traditionell auch in Vorleistung gehen. Allerdings leidet das Unternehmen auch unter einem starke Euro - und sinkenden Urlauberzahlen.

Beim Rieseveranstalter Tui sorgen der Konzernumbau sowie das Sparprogramm derzeit nur für eine Reduzierung des Verlustes. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 belief sich das Minus im operativen Geschäft (bereinigtes Ebita) auf 141 Millionen Euro - eine Million weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern mitteilte. Unterm Strich betrug der Verlust 109 Millionen Euro, nach 139 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Allerdings schreiben Tourismusunternehmen im Winterhalbjahr üblicherweise rote Zahlen. Geld wird erst mit Badeurlauben im Sommer verdient. Zudem müssen da Vorauszahlungen für Flug- und Hotelkapazitäten geleistet werden.

Beim Umsatz zeichnet sich ein weniger positives Bild: Er lag mit rund 3,4 Milliarden Euro um 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mitverantwortlich ist der starke Euro, aber auch währungsbereinigt steht ein Rückgang von 1,5 Prozent.

Zwar konnte Tui den Pauschaltouristen etwas höhere Preise berechnen, die Zahl der Gäste ging aber sieben Prozent zurück. Absolute Gästezahlen weist Tui nicht aus. Die sinkende Gästezahl ist hauptsächlich der Neuausrichtung des Geschäfts in Frankreich geschuldet, aber auch in Deutschland sank sie um zehn Prozent.

Aktionäre erhalten wieder Dividende

Wie der Konzern mitteilte, kommt die Sanierung der Geschäfte mit Spezialreisen wie etwa Expeditionen oder Yacht-Kreuzfahrten voran. Auch der Umbau der Frankreich-Tochter zeige erste Erfolge. Das Geschäft dort leidet vor allem unter den politischen Unruhen in Nordafrika - einer bei Franzosen traditionell beliebten Urlaubsregion. Darauf habe Tui reagiert und Kapazitäten reduziert. Des Weiteren habe die maue Nachfrage nach Ägypten-Reisen mit höheren Gästezahlen auf den Kanarischen Inseln kompensiert werden können. 

Den Sanierungskurs hat der seit einem Jahr amtierende Konzernchef Friedrich Joussen dem 75.000 Mitarbeiter starke Traditionsunternehmen verordnet. Der frühere Chef von Vodafone in Deutschland hat sich einiges vorgenommen und will unter anderem das Kreuzfahrtgeschäft wieder auf die Beine bringen und das Portfolio der zahlreichen Reise- und Hotelmarken straffen. Ein Kernziel kann Joussen schon abhacken: Nach einer Durststrecke von sechs Jahren winkt den Aktionären wieder eine Dividende: Je Aktie zahlt Tui für das vorige Geschäftsjahr 15 Cent.

Container-Sparte macht weiter Verlust

Doch für das Kernproblem von Tui hat auch der Neue vorerst keine Lösung. Joussen hat von seinem Vorgänger Michael Frenzel ein komplexes Unternehmensgeflecht geerbt: Die Tui AG aus Hannover hat ihr Reisegeschäft vor Jahren nahezu komplett bei Tui Travel in Großbritannien gebündelt. Dieses steuert das Gros der Umsätze bei.

Mittlerweile aber bereuen die Niedersachen den Schritt, da sie nicht genug Geld in der Kasse haben, um die restlichen Anteile an der britischen Tochter zu kaufen. Der jüngste Anlauf scheiterte vor einen Jahr. Der Vorstand hält an seinen Erwartungen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr fest: Bei einem Anstieg des bereinigten Ebita um sechs bis zwölf Prozent soll der Umsatz um bis zu vier Prozent wachsen.

In der Hapag Lloyd Containerschifffahrt fiel für Tui ein Verlust von knapp zehn Millionen Euro an. Tui ist mit rund 22 Prozent an der Reederei beteiligt. Die in Fusionsverhandlungen mit dem südamerikanischen Wettbewerber CSAV steht.

Quelle: ntv.de

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