Wirtschaft

"Müssen mit Modellen überzeugen"VDA gegen Förderstopp für chinesische E-Autos

13.08.2026, 10:11 Uhr
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China entwickelt sich immer mehr zur E-Auto-Exportnation. Wie sehr profitiert die Volksrepublik dabei von deutschen Steuergeldern? (Foto: picture alliance/dpa)

Nur 16 Prozent der staatlichen E-Auto-Förderung landet bei deutschen Autobauern. Die Branche ist trotzdem gegen einen Ausschluss ausländischer Hersteller. Auch eine Obergrenze für Luxuskarossen lehnt sie ab. 

Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im Juli vor allem dank der E-Auto-Prämie des Bundes deutlich gestiegen. Mehr als 78.600 reine E-Pkw (BEV) kamen im vergangenen Monat neu auf die Straße, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kürzlich mitteilte. Das waren demnach fast 62 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Damit kamen BEV im Juli auf einen Anteil an allen Neuzulassungen von 29,3 Prozent.

Die Zahlen haben jedoch einen Haken, wie Autoexperte Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY sagt. Ihm zufolge profitieren von dem Elektroboom vor allem chinesische Konzerne. "Das starke Wachstum bei Elektroautos beschleunigt zwar den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland, bringt der heimischen Automobilindustrie bislang jedoch nur begrenzte Vorteile."

Tatsächlich kam der chinesische Hersteller BYD den Daten des KBA zufolge im Juli auf 5240 Neuwagen in Deutschland. Das waren mehr als viereinhalbmal so viele Autos wie im Juli des Vorjahres (plus 365 Prozent). 

"Wir sind für fairen Wettbewerb"

Sollen mit deutschem Steuergeld deshalb nur noch deutsche E-Autos bezuschusst werden? Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist trotz beunruhigender Statistiken dagegen. "Wir sind grundsätzlich für freien und fairen Wettbewerb", sagte VDA-Kommunikationschef Simon Schütz in der ntv-Sendung Frühstart. Lediglich sieben Prozent der Förderanträge entfielen auf chinesische Hersteller, ihr Marktanteil liege bei sechs Prozent. "Da kann man nicht sagen, dass hauptsächlich die Förderung an chinesische Unternehmen geht."  

Aktuelle Zahlen hatten gezeigt, dass aus dem im Mai gestarteten Förderprogramm der Bundesregierung nur 16 Prozent der Anträge auf deutsche Hersteller entfallen. VDA-Sprecher Schütz sagt, man freue sich über jeden, der sich für ein deutsches Modell entscheide. "Das ist unser Job, mit unseren Modellen zu überzeugen und die Menschen abzuholen." 

In der Statistik war zudem zu lesen, dass mehr als 50 Modelle der Spitzenklasse bezuschusst wurden, die teils deutlich über 100.000 Euro kosten. Eine Obergrenze beim Listenpreis lehnt der VDA dennoch ab. Die Kritik an geförderten Luxusmodellen sei überzogen: "Es ist wirklich ein Randphänomen, das gerade so diskutiert wird, als sei das hauptsächlich etwas für Luxusautos", so Schütz. Mehr als 50 Prozent der Anträge entfielen auf Menschen mit einem Einkommen unter 50.000 Euro. 

Zurückhaltend äußerte er sich zum Vorstoß von Verkehrsminister Bilger, die Förderung zu beenden, sobald die aktuell drei Milliarden Euro aufgebraucht sind. Die Bundesregierung müsse zunächst 2027 evaluieren, wie das Programm angenommen werde. Der VDA-Kommunikationschef sprach sich dafür aus, die Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten. Er zeigte sich optimistisch, dass die deutsche Autobranche ihre E-Autos aber auch ohne Zuschuss loswerde. "Wir sind grundsätzlich zuversichtlich, denn wir haben unseren Job gemacht." Zwei Drittel der neuzugelassenen E-Autos in Deutschland kämen von deutschen Herstellern, in Europa seien es die Hälfte. 

Quelle: ntv.de, psc/ddi/dpa

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