Wirtschaft

Volkswagen vor SchicksalswocheVW-Chef Blume verlangt Schulterschluss der Mitarbeiter

23.08.2026, 00:56 Uhr
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VW-Chef Blume ist mit seinem Konzern "mittendrin in der Mega-Krise". (Foto: picture alliance/dpa)

Volkswagen stehen bittere Wahrheiten bevor: Bis zu 50.000 Stellen könnten wegfallen, Werke stehen auf der Kippe. Angesichts des enormen Spardrucks verlangt VW-Chef Blume von den Angestellten geschlossene Gefolgschaft. Die IG Metall spricht von einer Ohrfeige für die Belegschaft.

Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft angesichts der Branchenkrise und der bei VW geplanten tiefgreifenden Einschnitte zu vollkommenem Zusammenhalt aufgerufen. "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte Blume der "Bild am Sonntag". "Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt." Kommende Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen statt. Am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau will Blume persönlich daran teilnehmen. 

"Die nächsten Jahre sind entscheidend, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt", betonte Blume in der "BamS". Die Ursachen für den enormen Spardruck sieht er in einem fundamentalen Marktwandel und globalen Verwerfungen. "Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen Konzern ist mittendrin", sagte er. "Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb" seien eine Herausforderung für "alle". 

Die Arbeitnehmerseite hatte vor den Werksferien Details zu den Sparplänen und Entlassungen verlangt. Nach tagelangen Berichten über mögliche Stellenstreichungen hatte Blume Mitte Juli in einem im Intranet des Konzerns veröffentlichten Interview von weltweit etwa 50.000 abzubauenden Stellen gesprochen, um die Gemeinkosten auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen. Bei diesen Kosten habe VW im Vergleich zum Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen "einen Nachteil von rund 20 Prozent", sagte er. "Da die Hälfte der Gemeinkosten aus den Personalkosten resultiert, würde eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit ergeben." Die VW-Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm stehen auf der Kippe. 

"Renditeziele sind unrealistisch"

Am Freitag hatte die Vorsitzende der IG Metall und Vize-Aufsichtsratschefin von Volkswagen, Christine Benner, Blumes Renditeziele unrealistisch genannt. Die Konzernpläne für künftige Renditen glichen einem "Wolkenkuckucksheim", sagte Benner der "Wirtschaftswoche. Wie "soll denn der Volkswagen-Konzern unter den derzeitigen geopolitischen Bedingungen eine operative Umsatzrendite von neun Prozent schaffen, von der in den Medien zu lesen war?" 

Benner fuhr fort: "Wenn der Vorstand solche Ziele ausgibt, dann hat das massive Rückwirkungen auf die Modellpolitik, auf die Werke." Sie forderte den VW-Vorstand dazu auf, seine Sparpläne zu überarbeiten. "Bevor der Aufsichtsrat den Plänen des Vorstands zustimmen kann, muss der Vorstand seine Pläne deutlich konkretisieren und anpassen. Wir wollen wissen: Um welche Modelle geht es, wie sollen die Ziele erreicht werden?" 

Die Gewerkschaftsvorsitzende sprach sich erneut gegen Werksschließungen aus. "Werksschließungen gehen mit uns nicht. Die Beschäftigten haben Perspektiven verdient. Deshalb schauen wir bei Volkswagen aktuell in alle Ecken." Die neuen Sparideen des Vorstands hätten die Vertrauenskultur bei Volkswagen zerstört, sagte Benner der "Wirtschaftswoche": "Die Belegschaft musste bereits heftige und schmerzhafte Einschnitte hinnehmen und kriegt direkt die nächste Ohrfeige." 

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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