Wirtschaft

Geld zurück für Diesel-Kunden Verbraucherschützer einigen sich mit Volkswagen

Europas größter Automobilkonzern will nun doch auch Kunden in Deutschland entschädigen. Im zweiten Anlauf erzielen Volkswagen und Verbraucherverband einen Vergleich. Es gibt eine "umfassende Vereinbarung".

Die Verhandlungen zwischen Volkswagen und Verbraucherschützern galten bereits als gescheitert, doch jetzt lenken Hersteller manipulierter Dieselfahrzeuge und Bundesverband doch noch ein: Volkswagen habe sich mit dem VZBV auf einen gemeinsamen Vergleich zur Entschädigung von Dieselkunden geeinigt, teilte das Oberlandesgericht Braunschweig mit.

Bei ihren Güteverhandlungen hätten beide Seiten eine "umfassende Vereinbarung" erzielt, hieß es. Einzelheiten zum Ergebnis sollten gegen Mittag bekannt gegeben werden. Der Vergleich und die dabei festgelegten Konditionen betreffen die Forderungen von mehreren Hunderttausend betroffenen Volkswagen-Kunden. Der Dax-Konzern selbst wollte unabhängig davon noch im Laufe des Tages Eckdaten zur Geschäftsentwicklung vorlegen.

Hinweis: Details der Einigungen liegen mittlerweile vor. Mehr dazu lesen Sie hier.

Vertreter von VW und des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) hatten zuvor mehrere Tage lang unter der Vermittlung des OLG-Präsidenten und früheren Staatssekretärs im niedersächsischen Justizministerium, Wolfgang Scheibel, um eine Lösung gerungen. Im Kern geht es dabei um die Forderung der Verbraucherschützer, die anstehenden Schadenersatzforderungen von VW-Kunden aus dem Diesel-Skandal "transparent und sicher" abzuwickeln.

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In diesem Zusammenhang hatte der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentralen eine sogenannte Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen angestrengt. Mit der Klage wollen die Verbraucherschützer klären lassen, dass der Autokonzern Dieselkäufer "vorsätzlich und sittenwidrig" geschädigt hat und deshalb Schadenersatz zahlen muss. Im Fall eines Erfolgs dieser Klage hätten die Kunden ihre Forderungen nach einer individuellen Lösung nach Darstellung des Bundesverbands selbst vor Gericht durchsetzen müssen.

Maximal 6257 Euro?

Um den Verbrauchern diese Belastungen zu ersparen, heißt es beim vzbv, habe man dem Konzern auch Vergleichsverhandlungen angeboten. Der Wolfsburger Hersteller ging darauf nach längerem Zögern Ende vergangenen Jahres ein, sträubte sich aber gegen die Bedingungen der Verbraucherschützer.

Ihre ersten Vergleichsverhandlungen hatten Autobauer und Verbraucherschützer Anfang Januar begonnen. Mitte Februar wurden diese Gespräche für gescheitert erklärt. VW bot daraufhin Hunderttausenden vom Dieselskandal betroffenen Kunden einen außergerichtlichen Vergleich an. Sie sollten ab Ende März "ein auf sie zugeschnittenes Angebot für eine Einmalzahlung" erhalten - je nach Fahrzeug und Fahrzeugalter zwischen 1350 und 6257 Euro.

Im Klageregister des zuständigen Bundesamtes für Justiz gab es bis Beginn des Musterfeststellungsverfahrens rund 470.000 Anmeldungen. VW hatte betont, es gebe auch viele Abmeldungen und mögliche Mehrfach-Anmeldungen. Von einem Vergleich können nach bisherigen Abmachungen nur die im Klageregister eingetragenen Kunden profitieren.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa