Wirtschaft

Was macht der Dax? Volkswagen & Co. spielen verrückt

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(Foto: REUTERS)

Im zu Ende gehenden Jahr waren die Kursausschläge mancher Aktien regelrecht irrwitzig. Für VW etwa ging es nach einem Kurseinbruch an der Börse wieder steil aufwärts. Und auch das nächste Jahr verspricht, aufregend zu werden.

Was für ein turbulentes Jahr. Zu den Aktien, die 2015 regelrecht Achterbahn fuhren, gehörten Adidas, Volkswagen und K+S. Ob das kommende Jahr für die drei Werte ruhiger wird?

Das Adidas-Papier ist in die Nähe des Rekordhochs von Anfang 2014 bei 93 Euro geschossen. Gestartet ist es im Januartief bei 54,50 Euro und kletterte bis April auf 77 Euro. Dann ging es erst mal wieder abwärts bis auf 65 Euro im August. Anschließend folgte eine Rally um mehr als 40 Prozent – die Skandale bei den Fußballverbänden Fifa und DFB beeindruckten die Aktie des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers nicht.

Zugpferd ist die Kernmarke Adidas mit Fußball-Schuhen und Trikots sowie Straßenkleidung. Nachdem der Konzern neue Designs und Produkte in den USA auf den Markt gebracht hat, etliche Stars verpflichtet und das Ladennetz ausgebaut hat, ist das Geschäft dort deutlich in Fahrt gekommen. In China floriert es trotz der schwachen Konjunktur.

Vorstandschef Herbert Hainer erhöhte daher die Prognose für 2015. Für 2016 stellte er ein neues Rekordjahr in Aussicht. Dazu sollen zwei sportliche Großereignisse, die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, beitragen. Damit könnte auch der Rekordlauf der Aktie weitergehen, wenngleich das Papier mit einem 2016er-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 22,5 nicht gerade billig ist. Wegen der starken Geschäftsentwicklung könnte das Papier dennoch ein Liebling der Investoren bleiben.

VW holt auf

Erheblich gebessert hat sich die Stimmung für die Volkswagen-Aktie seit Mitte November, woraufhin das Papier nach dem vorherigen Einbruch um mehr als 40 Prozent nach oben geklettert ist. Einerseits setzen Investoren darauf, dass die Belastungen aus dem Abgas-Debakel nicht so schlimm sein werden, wie ursprünglich befürchtet. Außerdem ist der wichtige chinesische Automarkt nach etlichen schwachen Monaten im Oktober kräftig gewachsen.

Das sind gute Nachrichten für Volkswagen, setzt der Konzern doch mehr als jedes dritte Fahrzeug im Reich der Mitte ab. Durch die Talfahrt des Euro verbessern sich die Gewinnperspektiven des Autobauers außerdem. Nach der Rally ist die Aktie zwar mit einem KGV von 11,8 deutlich höher bewertet als Daimler (KGV: 9,6) und BMW (KGV: 10,7). Allerdings sind die Gewinnschätzungen für VW mit enormen Unsicherheiten behaftet. Dennoch könnten die Analysten ihre Schätzungen nach oben korrigieren.

K+S bekommt das schwache Umfeld zu spüren

Die Aktie von K+S hat sich zuletzt auch leicht erholt. Das Papier des Düngemittelherstellers hat an Dynamik gewonnen, als Gerüchte laut wurden, dass der kanadische Wettbewerber Potash im Frühjahr einen zweiten Übernahmeversuch starten könnte. Allerdings soll das neue Angebot der Kanadier deutlich unter jenen 41 Euro vom ersten Versuch liegen. Eine Übernahme durch Potash ist daher unwahrscheinlich. Aber K+S hat noch andere Probleme.

Wegen der sinkenden Preise für Agrarrohstoffe, wie Weizen und Mais, halten sich Landwirte mit dem Kauf von Düngemitteln zurück, und der Kalipreis steht unter Druck. Zuletzt musste der Konzern wegen Entsorgungsproblemen mit anfallendem Salzabwasser das Werk Werra teilweise vorübergehend schließen. Wann die Produktion in dem dortigen Werk wieder aufgenommen werden kann, hängt vom Wasserstand des Flusses ab und ist somit nicht ernsthaft berechenbar.

Immerhin entwickelt sich das Salzgeschäft erfreulich. Der Geschäftsbereich Salz ist mit einer jährlichen Produktionskapazität von mehr als 32 Millionen Tonnen der weltgrößte Salzanbieter und gehört zu den führenden Produzenten in Europa, sowie in Nord- und Südamerika. Im vergangenen Jahr steuerte die Sparte mehr als ein Viertel des operativen Gewinns des Konzerns bei. K+S ist zwar ebenfalls ein Profiteur des schwachen Euro. Allerdings könnte das Umfeld in der Branche angesichts des hohen Überangebots an Dünger schwierig bleiben. Das könnte einen kräftigen Anstieg des Papiers im nächsten Jahr bremsen.

Nach dem verrückten Jahr 2015 könnten die Aktien von Adidas und Volkswagen im nächsten Jahr weiter nach oben laufen. Hingegen sind die Aussichten für K+S gedämpft. Ein überraschend besseres Übernahmeangebot könnte allerdings die Kursfantasie in der Aktie wecken.

Quelle: ntv.de