Wirtschaft

Rubio erklärt Drei-Phasen-PlanWashington lockert Sanktionen gegen Venezuela

07.01.2026, 17:51 Uhr
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Was Marco Rubio dem Demokraten Chuck Schumer bei dem heutigen Kongressbriefing zu Venezuela ins Ohr flüsterte, ist nicht bekannt. (Foto: REUTERS)

Die USA wollen den Verkauf des begehrten venezolanischen Öls "auf unbestimmte Zeit" selbst in die Hand nehmen. Das Washingtoner Energieministerium stellt eine Lockerung entsprechender Sanktionen in Aussicht. Außenminister Rubio bringt zudem drei Phasen ins Spiel.

Die USA heben einige ihrer Sanktionen gegen Venezuela auf. Dies soll den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt ermöglichen, wie das US-Energieministerium mitteilte. Welche Sanktionen genau gelockert werden sollen und wann, ist noch nicht bekannt. Zum Beispiel sind aktuell bestimmte Tanker, die Öl transportieren, von den USA mit Sanktionen belegt. Man stimme sich mit den weltweit führenden Rohstoffhändlern und wichtigen Banken ab, teilte das US-Energieministerium weiter mit. Alle Erlöse aus den Verkäufen sollen zunächst auf Konten unter US-Kontrolle bei international anerkannten Banken fließen.

Darüber hinaus kündigte Washington einen Drei-Phasen-Plan für Venezuela an. Der erste Schritt sei die Stabilisierung des Landes, führte US-Außenminister Marco Rubio aus. Darauf folgte eine Phase der Erholung und des Wiederaufbaus. Diese bestehe darin, "sicherzustellen, dass amerikanische, westliche und andere Unternehmen fairen Zugang zum venezolanischen Markt haben". Der dritte Schritt sei "natürlich der Übergang", fügte er hinzu, ohne ins Detail zu gehen. Es sei Sache des venezolanischen Volkes, sein Land umzugestalten. Bereits jetzt seien Fortschritte erkennbar. Der Plan werde die USA nichts kosten, sagte Rubio weiter. Gegenwärtig sei man dabei, eine Vereinbarung über die Lieferung von 30 bis 50 Millionen Barrel Öl abzuschließen.

Zuvor hatte der US-amerikanische Energieminister Chris Wright erklärt, die USA wollten "auf unbestimmte Zeit" den Verkauf venezolanischen Öls in ihre Hand nehmen. Zuerst soll es dabei um Lagerbestände gehen, wie er sagte. "Wir werden zunächst das aus Venezuela stammende Rohöl vermarkten, das in den Lagern liegt, und dann auf unbestimmte Zeit die Produktion aus Venezuela auf dem Markt verkaufen."

Die USA agierten dabei in enger Zusammenarbeit mit Venezuela, so Wright. Geplant seien außerdem Lieferungen von Verdünnungsmitteln und Ersatzteilen sowie Dienstleistungen zur Stabilisierung der Industrie. Langfristig sei das Ziel, dass sich große amerikanische Energieunternehmen wieder in Venezuela engagieren können. "Die Ressourcen sind immens - das sollte ein reiches, florierendes und friedliches Energiezentrum werden."

Öl als wichtigste Einnahmequelle

Erst einen Tag zuvor hatte US-Präsident Donald Trump einen direkten Eingriff seines Landes in die Ölindustrie Venezuelas angekündigt und sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Verkauf von Öl gesichert. Das südamerikanische Land werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern, kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren, schrieb Trump weiter.

In welchem Zeitraum die von Trump genannte Menge Rohöl von Venezuela zur Verfügung gestellt werden soll, ist noch unklar. Bei dem Volumen handelt es sich ungefähr um die gesamte Produktion der venezolanischen Ölindustrie von ein bis zwei Monaten, der Wert könnte schätzungsweise fast drei Milliarden US-Dollar betragen. Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/rts

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