Wirtschaft

Corona-Krise belastet Tourismus Wirtschaft der Türkei bricht dramatisch ein

imago0102697154h.jpg

Die Touristen bleiben aus, zudem leidet die Türkei unter einer Währungskrise.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die türkische Wirtschaft erleidet den heftigsten Einbruch seit mehr als einem Jahrzehnt. Bereits seit Längerem gärt eine Währungskrise, mit dem Corona-Ausbruch bleiben zudem die Touristen fern. Die Zentralbank könnte eingreifen - doch dem steht Präsident Erdogan im Wege.

Die Corona-Krise hat für einen historischen Konjunktureinbruch in der Türkei gesorgt. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 11,0 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt mitteilte. Damit traf die Pandemie das lange Zeit boomende Schwellenland stärker als die deutsche Wirtschaft, die um 9,7 Prozent einbrach.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ging die türkische Wirtschaftsleistung mit 9,9 Prozent so stark zurück wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Ökonomen hatten hier aber mit einem noch deutlicheren Minus von 11,8 Prozent gerechnet.

Das Land leidet unter anderem am Fernbleiben der Touristen. Wegen der Reisebeschränkungen kamen deutlich weniger Urlauber. Der Türkei macht zugleich eine Währungskrise zu schaffen. Eine hohe Inflation, negative Realzinsen, geschröpfte Devisenreserven und die steigende Nachfrage der Türken nach anderen Währungen sorgten für eine kräftige Abwertung der Lira, die in den vergangenen Wochen auf immer neue Rekordtiefs zu Dollar und Euro fiel.

Um die Währung attraktiver zu machen, könnte die Zentralbank die Zinsen erhöhen. Dem steht allerdings Präsident Recep Tayyip Erdogan im Wege. Dieser hat sich wiederholt als "Zinsfeind" bezeichnet. Trotz der Talfahrt der Lira beließ die Zentralbank ihren Leitzins zuletzt bei 8,25 Prozent. Zuvor hatte sie den Zinssatz in einem fast ein Jahr lang währenden Lockerungszyklus von 24 Prozent auf den aktuellen Satz heruntergeschraubt. Damit soll die Konjunktur angekurbelt werden.

Quelle: ntv.de, kst/rts