Wirtschaft

Wohnungsnot in den Großstädten Zahl der Baugenehmigungen sinkt

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Ohne Behördenfreigabe kein Neubau: Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser sinkt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Entwicklung der Mietpreise in deutschen Innenstädten zeichnet sich keine Entspannung ab: Die Zahl der Baugenehmigungen im Markt für Wohngebäude geht zu Jahresbeginn teils deutlich zurück. Einen Anstieg verzeichnet die amtliche Statistik lediglich bei Einfamilienhäusern.

Am deutschen Immobilienmarkt hinkt der Wohnungsneubau weiter der anschwellenden Nachfrage hinterher. Obwohl die Mieten insbesondere in den Innenstadtlagen der Großstädte seit Jahren kräftig anziehen, gelangen zu Jahresbeginn weniger Neubauprojekte in die Realisierungsphase.

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres lag die Zahl der in Deutschland erteilten Wohnungsbaugenehmigungen insgesamt leicht unter Vorjahresniveau. Im Zeitraum Anfang Januar bis Ende Februar wurden bundesweit 49.350 Wohnungsbauprojekte genehmigt, wie das Statistische Bundesamts (Destatis) mitteilte. Das waren 0,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Eine Vergleichzahl zur Einordnung: Um die voraussichtlich weiter anwachsende Nachfrage zu decken, müssten früheren Einschätzungen von Politik und Bauwirtschaft zufolge bundesweit und pro Jahr 350.000 bis 400.000 neue Mietwohnungen oder Eigenheime entstehen. Mit der aktuellen Genehmigungsrate käme Deutschland jedoch nur auf knapp 300.000 neue Wohnungen. Die Folge: Mit steigendem Bedarf dürften auch die Mieten weiter anziehen.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden - also abzüglich der Aus- und Umbauten - wurden von Januar bis Februar 2019 laut amtlichen Daten nur rund 42.600 Wohnungen genehmigt. Das waren 2,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Entwickungen im Detail deuten daraufhin, dass die angespannte Lage in den Mietmärkten der Ballungszentren tatsächlich anhalten dürfte: Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent. Die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser ging sogar um 3,2 Prozent zurück.

In der Kategorie der Mehrfamilienhäuser sind auch jene Mehrgeschossbauten enthalten, die Experten zufolge am schnellsten günstigen Wohnraum in Innenstadtlagen bereitstellen könnten. Anders sieht es dagegen in den Vorortlagen und in gehobeneren Wohngebieten aus: Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser legte um 4,4 Prozent zu.

Unabhängig davon setzt sich die Hochkonjunktur im deutschen Bauhauptgewerbe fort. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Januar registrierten die Betriebe im Februar mit 6,6 Milliarden Euro den höchsten jemals gemessenen Neuauftragswert für diesen Monat, wie die Wiesbadener Statistiker parallel zur Entwicklung bei den Baugenehmigungen mitteilten.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/dpa