Wirtschaft

Trump rudert zurück Zoll-Einigung mit Kanada doch noch nicht fix

20.08.2026, 05:47 Uhr
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Sind sich noch nicht einig: Trump und Kanadas Premier Carney. (Foto: REUTERS)

Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten legt der US-Präsident neue Zölle gegen Kanada auf Eis. Zunächst klingt es bei Trump so, als sei ein Deal mit dem Nachbarland fast in trockenen Tüchern. Doch das ist offenbar doch nicht der Fall.

Die USA und Kanada haben sich entgegen früheren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump doch noch nicht auf ein Handelsabkommen geeinigt. Trump präzisierte, die USA würden "wahrscheinlich ein Abkommen mit Kanada schließen. (...) Ich glaube, wir haben eine Einigung." Stunden zuvor hatte Trump Reportern noch gesagt, dass es eine Einigung gebe. Vorbehaltlich der Ausarbeitung letzter Dokumente gebe es einen Deal, erklärte er zunächst. Die neuen US-Zölle, die Importe aus Kanada im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar betreffen, verschob er jedoch zunächst nur um drei Tage. 

Der kanadische Ministerpräsident Mark Carney erklärte auf X, beide Seiten würden sich "auf eine Einigung zubewegen". Sein Land fokussiere sich derweil weiter darauf, "eine stärkere, unabhängigere und wettbewerbsfähigere Wirtschaft im eigenen Land aufzubauen".

Einem Insider zufolge könnten die USA einige umstrittene Zölle auf in Kanada hergestellte Pkw und Lkw sowie auf wichtige Metalle senken. Die USA hatten im vergangenen Jahr unter Berufung auf ein Gesetz zur nationalen Sicherheit Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos verhängt, was Kanada zu Gegenmaßnahmen veranlasste.

Carney hatte wiederholt davon gesprochen, die Nachbarn befänden sich in einem Handelskrieg. Dem Insider zufolge soll das jetzt vorgeschlagene Abkommen die höchsten Zollsätze für in Kanada hergestellte Pkw und Lkw von derzeit 25 auf 15 Prozent senken. Aus der Branche hieß es, auch dieser Satz könne die kanadische Automobilproduktion in Existenznot bringen. Kanada dränge daher darauf, den Satz auf 10 Prozent zu senken.

Es ist unklar, ob die Frage der Autozölle noch in dieser Woche geklärt oder bis zu einer geplanten Überprüfung des Handelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada verschoben wird, die sich voraussichtlich bis 2027 hinziehen wird.

Trump hatte seine Zollpläne am Dienstag quasi in letzter Minute auf Eis gelegt. Die Erhebung der Importgebühren solle um drei Tage ausgesetzt werden, damit beide Seiten einen Deal für das Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL abschließen könnten, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Trumps Amtsvorgänger Joe Biden hatte das lange umkämpfte Öl-Pipeline-Projekt im Jahr 2021 blockiert, die Betreiber legten es danach ad acta. Trump hegt allerdings schon lange den Wunsch, das Projekt wiederzubeleben.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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