Wirtschaft

Belasteter Automarkt in China Zollstreit kostet BMW Hunderte Millionen

b32733ff8333816081f66df1b06e2709.jpg

Der US-Handelskonflikt mit China schlägt beim deutschen Autobauer BMW künftig wohl kräftig ins Kontor.

(Foto: imago/VCG)

In ihrem Handelsstreit überziehen sich die USA und China gegenseitig mit Strafzöllen auf Importe. Das trifft auch BMW. Für seine US-Produkte muss der deutsche Autobauer enorme Zusatzkosten bewältigen. Zudem senken die Münchener ihre Produktion in Europa.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China wird teuer für den deutschen Autobauer BMW. "Die Einfuhrzölle auf US-Produkte nach China sind für uns kritisch, weil wir viele X-Modelle aus den USA nach China exportieren. Nach unseren Berechnungen kostet uns das 2018 einen Betrag von etwas unter 300 Millionen Euro", sagte BMW-Finanzchef Nicolas Peter der Branchenzeitung "Automobilwoche". "Wenn die Zölle 2019 bestehen bleiben, könnte das einen Gesamtjahreseffekt von einer halben Milliarde Euro bedeuten."

BMW
BMW 73,79

BMW baut in den USA Geländewagen der X-Reihe, von denen 2017 mehr als 70 Prozent exportiert wurden. Wichtigstes Ziel war China. Von der US-Stadt Spartanburg aus gingen im vergangenen Jahr gut 100.000 Fahrzeuge in den größten Automarkt der Welt.

Weil besonders der X3 bei chinesischen Kunden beliebt ist, baut BMW das Geländewagenmodell inzwischen auch vor Ort. Die Münchner produzieren in China gemeinsam mit ihrem einheimischen Partner Brilliance, künftig übernehmen sie mit einem auf 75 Prozent aufgestockten Anteil am Joint Venture die Führungsrolle. Am Donnerstag kündigten BMW und Brilliance an, ein drittes Pkw-Werk hochzuziehen und die Kapazität in den beiden bestehenden Werken auszuweiten. Der elektrische iX3 soll künftig auch aus China exportiert werden.

"Intensive Wettbewerbssituation"

Der Handelskonflikt hinterließ zuletzt auch Spuren auf dem Gesamtautomarkt der Volksrepublik. Im September ging der Absatz den dritten Monat in Folge zurück und fiel um 11,6 Prozent auf knapp 2,4 Millionen Fahrzeuge. In den ersten neun Monaten stiegen die Verkaufszahlen im größten Pkw-Markt der Welt um 1,5 Prozent auf 20,5 Millionen Autos.

BMW verbuchte zuletzt in China entgegen dem Trend weitere Zuwächse. Weltweit ging der Absatz des Konzerns im September allerdings um 0,8 Prozent zurück auf 237.781 Fahrzeuge. Als Grund nannten die Münchner nun "eine intensive Wettbewerbssituation in Europa".

Turbulenzen nach WLTP-Umstellung

Die Umstellung auf strengere Abgasprüfregeln nach dem WLTP-Standard hatte in den vergangenen Monaten die Preiskämpfe in der ohnehin wettbewerbsintensiven Industrie befeuert. BMW hatte anders als viele Rivalen frühzeitig auf WLTP umgestellt, konnte sich aber den Turbulenzen in der Autobranche nicht entziehen. Immerhin legten die Münchner im September beim deutschen Absatz minimal zu (0,8 Prozent). Bei den Konkurrenten VW, Audi und Mercedes sackten die Absatzzahlen hingegen ab.

Finanzvorstand Peter bekräftigte gegenüber der "Automobilwoche", sein Haus werde die ausgelöste Preisschlacht nicht mitmachen. "Wir beteiligen uns nicht daran." BMW hatte wegen der Rabattschlachten kürzlich die Gewinnprognose für 2018 nach unten geschraubt. Zudem wird die Fertigung in Europa gedrosselt. "Wir reduzieren die Produktion im unteren fünfstelligen Bereich, nehmen also Volumen heraus", sagte Peter.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/DJ

Mehr zum Thema