Wirtschaft
Laut österreichischem Landgericht, können noch im Januar neue Gebote für Niki abgegeben werden.
Laut österreichischem Landgericht, können noch im Januar neue Gebote für Niki abgegeben werden.(Foto: REUTERS)
Freitag, 12. Januar 2018

Niki-Abwicklung in Österreich: Zweites Insolvenzverfahren eröffnet

Das Ringen um den Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki geht weiter: In Österreich wird ein zweites Insolvenzverfahren eingeleitet, das ein neues Bieterrennen zur Folge haben könnte. Der Insolvenzverwalter ist verärgert - und will Einspruch einlegen.

Der Streit um die Abwicklung der Air-Berlin-Tochter Niki geht in die nächste Runde. Ein österreichisches Landgericht hat ein zweites Hauptinsolvenzverfahren eingeleitet, das bisherigen Bietern für die Airline neue Chancen eröffnen könnte. Insolvenzverwalter Lucas Flöther sieht in dem neuen Verfahren einen Bruch der Europäischen Insolvenzordnung.

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Flöther hatte in Österreich ein sogenanntes Sekundär-Insolvenzverfahren beantragt - womit er eigenen Angaben zufolge den bereits bestehenden Kaufvertrag mit der britisch-spanischen IAG absichern wollte. Das Sekundärverfahren sollte demnach auch eine geordnete Abwicklung von Niki in Österreich gewährleisten.

Niki ist seit Mitte Dezember pleite, nachdem der Verkauf an die Lufthansa wegen Bedenken der EU-Kommission geplatzt war. Neuer Käufer ist die spanische Billigairline Vueling, die zur IAG-Gruppe gehört. Sie hatte 20 Millionen Euro für Niki geboten und zusätzlich einen Kredit von 16,5 Millionen Euro für den Erhalt der Betriebsfähigkeit von Niki gegeben. Bei Niki waren zuletzt rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. 750 von ihnen sollten übernommen werden. Der Verkauf stockt allerdings wegen der ungeklärten Zuständigkeit.

Gericht: Neue Gebote für Niki möglich

In Deutschland hatte sich das Amtsgericht Berlin Charlottenburg für zuständig erklärt, weil Niki zu Air Berlin gehörte. Dagegen legte das österreichische Fluggastrechteportal Fairplane Beschwerde ein. Mit einem Verfahren in Österreich sollte die Entschädigung österreichischer Fluggäste erleichtert werden. Das Landgericht Berlin gab der Beschwerde statt. Um den Deal mit IAG nicht zu gefährden, legte Niki beim Bundesgerichtshof Einspruch gegen die Entscheidung ein.

Ungeachtet dessen eröffnete das Landesgericht Korneuburg nun das zweite Hauptinsolvenzverfahren. Seine Begründung ist, dass der Niki-Unternehmenssitz auf dem Flughafen Wien-Schwechat liegt. Gegen das nun eingeleitete Verfahren kann binnen zwei Wochen noch Einspruch eingelegt werden.

Laut Landgericht Korneuburg haben nun neben dem britischen-spanischen Luftfahrtkonzern IAG auch die bisherigen Bieter Tuifly, der Reisekonzern Thomas Cook (Condor) und der Luftfahrtunternehmer Niki Lauda die Möglichkeit, erneut ins Bieterrennen einzusteigen. "Sie sind eingeladen, ihr Angebot abzugeben", so ein Gerichtssprecher. Die entscheidende Gläubigersitzung ist für 22. Januar terminiert. Ob der Bundesgerichtshof oder der Einspruch des Insolvenzverwalters dem noch zuvorkommen können, ist derzeit offen.

Quelle: n-tv.de