Dickes Minus: Dax im Bann des Renditeanstiegs
Am deutschen Aktienmarkt hat heute die rote Farbe dominiert. Belastend wirkte weiter der ungebremste Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten, vor allem in den USA. Vor allem in den längerfristigen Terminen ging es nach oben: Mit 5,34 Prozent erreichte die zehnjährige US-Staatsanleihe neue Dekadenhochs. Treiber war weiter der negative Mix aus Inflationsdruck, Staatsverschuldung und zu hoher Kapitalnachfrage für KI-Investitionen.
Der Dax verlor 1,0 Prozent und schloss bei 24.939 Punkten, sein Tagestief lag bei 24.832 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte 1,3 Prozent tiefer bei 6187 Stellen. Unter Druck standen vor allem die zinsempfindlichen Sektoren, so Banken und andere Finanzwerte, vor allem weiter die Immobilienwerte.
So verloren im Dax Vonovia 1,5 Prozent. Deutsche Wohnen und TAG Immobilien sackten um 0,4 beziehungsweise 2,1 Prozent ab. Deutsche Bank verbilligten sich um 2,6 Prozent, Commerzbank um 2,3 Prozent.
Adidas gaben um 1,8 Prozent nach. Hier wird mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien.
Absturz am Anleihemarkt
Auch die hohe Staatsverschuldung in den USA hat zum jüngsten Kursrutsch am Anleihemarkt geführt. Aber wie ist das bei den vermeintlich sicheren Staatsanleihen überhaupt möglich? Friedhelm Tilgen spricht mit Marcus Hüttinger von der Fondsgesellschaft Gané über die Hintergründe und Optionen für Fondsanleger.
Diese Risiken stecken in Themen-ETFs
Breit gestreute Welt-ETFs gelten als solide Basis für viele Depots. Themen-ETFs setzen dagegen auf einzelne Branchen und Trends - und bergen damit auch höhere Risiken. Raimund Brichta spricht mit Finanzexpertin Gabriele Radl über Chancen, Klumpenrisiken und die richtige Strategie.
Panzerbauer-Börsengang noch 2026 möglich
KNDS hält an seinem im Sommer ausgesetzten Börsengang grundsätzlich fest, legt sich aber nicht auf einen Zeitpunkt fest. "Der Börsengang ist vorerst ausgesetzt, aber nicht abgesagt", sagte Konzernchef Jean-Paul Alary dem "Handelsblatt". Der Verwaltungsrat habe das Management aber gebeten, sich dafür bereitzuhalten, "dass es jederzeit losgehen kann". Er fügte hinzu: "Ein Börsengang 2026 ist weiterhin möglich – sofern die Marktbedingungen den Erwartungen der Aktionäre entsprechen." Später als 2026 sei aber auch denkbar.
Der deutsch-französische Panzerbauer hatte seine Börsenpläne Anfang Juli wegen eines Abschwungs bei Rüstungsaktien verschoben. Inzwischen haben sich die Kurse vieler Rüstungsunternehmen von ihrem Einbruch erholt. Der französische Staat und die in der Wegmann-Holding zusammengeschlossenen deutschen Eigentümerfamilien, die je 50 Prozent der Anteile an KNDS halten, wollen bei dem Börsengang je zehn Prozent abgeben. Mit der Verschiebung hatte sich auch der geplante Einstieg der deutschen Staatsbank KfW bei dem Panzerbauer verzögert. Dem Bund geht es darum, die gleichen Einflussrechte zu haben wie Frankreich.
Großauftrag aus Japan beflügelt Raumfahrtaktie
Ein Großauftrag aus Japan gibt den Aktien des US-Raumfahrtkonzerns Rocket Lab Aufwind. Die Papiere legen an der Wall Street um 2,8 Prozent zu. Das Unternehmen teilte mit, einen Vertrag über 20 neue Missionen für seine Trägerrakete Electron mit dem Tokioter Erdbeobachtungsspezialisten Synspective unterzeichnet zu haben. Laut Rocket Lab handelt es sich dabei um den größten kommerziellen Startvertrag für die Electron-Rakete in der Firmengeschichte. Die Gesamtzahl der Missionen für Synspective steige damit auf 47. Die Starts der 20 Satelliten seien zwischen 2028 und 2031 geplant.
Accenture-Aktie geht durch die Decke
Accenture hat mitgeteilt, dass die KI für mehr Aufträge von Kunden sorge und trotzte damit den jüngsten Marktsorgen über die IT-Ausgaben von Unternehmen. Die Aktie sprang im frühen Handel um mehr als 20 Prozent nach oben. Vorstandsvorsitzende Julie Sweet sagte, das Beratungsunternehmen baue die Zusammenarbeit mit einigen seiner größten Kunden aus, darunter FedEx und BP.
Wall Street startet grünlich
Mit leichten Gewinnen ist die Wall Street in den Handel gestartet. Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,2 Prozent auf 50.989 Punkte. Für den breiter gefassten S&P-500 geht es ebenfalls 0,2 Prozent nach oben, und die technologielastigen Nasdaq-Indizes steigen um bis zu 0,4 Prozent. Keine Unterstützung kommt von den Renditen. Die zehnjährige Rendite steigt um zwei Basispunkte auf 5,32 Prozent - im Verlauf war erneut der höchste Stand seit 2002 erreicht worden.
Am ersten Handelstag des vierten Quartals rücken zudem Unternehmensberichte in den Fokus. Für Micron geht es trotz besser als erwartet ausgefallener Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal um 0,1 Prozent nach unten. Andere Werte aus dem Chip-Sektor zeigen sich dagegen mit Aufschlägen. So gewinnen Nvidia 0,7 Prozent. Broadcom legen um 0,3 Prozent zu. Broadcom und Anthropic rücken einem Agenturbericht zufolge enger zusammen.
VW kündigt Tarifverträge - Reitz analysiert die Folgen
Volkswagen kündigt zum Jahresende viele Tarifverträge, darunter ist auch der wichtige Manteltarifvertrag. Uli Reitz ist Chefkorrespondent Wirtschaft bei ntv und analysiert die Folgen für die Belegschaft. Er rechnet damit, dass "Arbeitnehmervertreter sicherlich auf die Barrikaden gehen".
Deutscher Raketenhersteller erhält Startlizenz in UK
Interessantes aus der börsenfernen Wirtschaftswelt: Der baden-württembergische Raketenhersteller HyImpulse hat eine Startlizenz für den britischen Weltraumbahnhof SaxaVord auf den Shetland-Inseln erhalten. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf die britische Zivilluftfahrtbehörde Civil Aviation Authority.
Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben einen ersten Start von europäischem Boden im kommenden Frühjahr. «Diese Lizenz ist ein wichtiger Meilenstein für HyImpulse und bestätigt den Erfolg der jahrelangen Arbeit unserer Teams und Partner», sagte Geschäftsführer und Mitbegründer des Start-ups, Christian Schmierer, einer Mitteilung zufolge.
Bitcoin wegen hoher Anleiherenditen unter Druck
Bitcoin notierte unter 84.000 US-Dollar. Damit gab die Kryptowährung ihre Gewinne wieder ab, die sie zuvor nach unerwartet moderaten Inflationsdaten erzielt hatte. Die anhaltend hohen Renditen von US-Staatsanleihen belasteten die Risikoanlagen. Die führende Kryptowährung lag am Nachmittag kaum verändert bei 83.530,98 Dollar. Am Mittwoch war der Bitcoin-Kurs kurzzeitig über 85.000 Dollar gestiegen. Auslöser war eine positive Reaktion auf die jüngsten Inflationsdaten der US-Notenbank. Später kehrte sich die Entwicklung jedoch um, als die Treasury-Renditen neue Mehrjahreshöchststände erreichten.
Derweil stieg der Dollar gegenüber einem Korb von Währungen auf ein Dreimonatshoch. Dies setzt Risikoanlagen wie Kryptowährungen tendenziell unter Druck.
Finanzinvestor fordert: UBS soll Schweiz verlassen
Der US-Finanzinvestor Artisan Partners hat die Schweizer Großbank UBS wegen einer drohenden Verschärfung der staatlichen Eigenkapitalvorschriften zu einem Wegzug aus der Schweiz aufgefordert. In einem Brief an den Verwaltungsrat der Bank erklärten die beiden Investmentteams Global Value und International Value, das Land sei für das Institut kein attraktiver Standort mehr. Die vorgeschlagenen Auflagen der Schweizer Regierung seien überzogen und unnötig.
"Wir fordern den Verwaltungsrat auf, angesichts der düsteren Realität, in der sich die UBS nun befindet, zu handeln und sich von einem Land und einer Regulierungsstruktur zu trennen, die ihr keine echte Wahl lassen", hieß es in dem Schreiben. Die beiden Teams von Artisan Partners sind nach eigenen Angaben seit 2015 an der UBS beteiligt und verwalten für ihre Kunden zusammen mehr als 60 Millionen Aktien. LSEG-Daten zufolge ist der US-Finanzinvestor der elftgrößte Aktionär der Bank.
Tech bleibt Trend
Für KI und den Techsektor sieht es weiterhin gut aus, dort gab es zuletzt sogar neue Rekordstände. Schaut man aber auf den breiten Markt, scheint die Luft langsam raus zu sein. Wie Anleger auch Seitwärtsphasen nutzen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Wall Street leicht im Plus erwartet
Zur Eröffnung an der Wall Street deuten sich leichte Gewinne an. Für den Future auf den S&P-500 geht es um 0,3 Prozent nach oben und der Nasdaq-Terminkontrakt verbessert sich um 0,7 Prozent. Und dies trotz weiter steigender Renditen. So klettert die zehnjährige Rendite um drei Basispunkte auf 5,32 Prozent - den höchsten Stand seit 2002. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen Händler aktuell lediglich noch eine 39-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober ein, nachdem die PCE-Inflationsdaten am Vortag schwächer als erwartet ausgefallen waren. Der nächste wichtige Impulsgeber für den weiteren Fed-Zinskurs dürfte der US-Arbeitsmarktbericht für September am Freitag sein.
Für Bewegung könnten auch die am Berichtstag anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. So steht der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im September auf der Agenda. Dazu kommen die Bauausgaben für August sowie der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im September. Zuletzt hatten die US-Daten auf eine sehr robuste Wirtschaft in den USA hingedeutet.
Fondsmanager: Ausufernde US-Staatsausgaben befeuern Anleihe-Kernschmelze
Die Anleiherenditen dürften angesichts des ungestümen Drangs der US-Regierung zu schuldenfinanzierten Ausgaben und ihrer Zurückhaltung bei Steuererhöhungen weiter steigen, so ein Londoner Hedgefonds-Manager. "Offensichtlich steigt das US-Defizit, und ein Ende ist nicht in Sicht", sagte Igor Yelnik, Gründer von Alphidence Capital, einem globalen Makro-Hedgefonds. Steigende Öl- und Erdgaspreise hätten auch den weltweiten Ausverkauf von Anleihen angeheizt, insbesondere in Ländern wie Großbritannien, die anfällig für Energieschocks seien, fügte er hinzu.
Hohe Zinssätze an sich seien kein Grund zur Sorge, sagte Yelnik. Dennoch äußerte er die Besorgnis, dass die Weichen für einen größeren Abschwung an den Märkten gestellt würden, wenn steigende Renditen und ein sinkender Aktienkurs die plötzliche Auflösung von auf Fremdkapital basierenden Geschäften erzwingen würden.
Halver: Warum der Absturz beim Dax nicht dramatisch ist
Der Dax fällt zwischenzeitlich unter die Marke von 25.000 Punkten. Grund zur Sorge sieht Robert Halver aber nicht. "Der Dax hat offensichtlich genügend Teflonbeschichtung", sagt der Aktienmarktexperte im Interview mit Nancy Lanzendörfer.
Vermögensaufbau-Gipfel 2026: So stellen Sie Ihre Altersvorsorge neu auf
Für Millionen Deutsche bedeutet das neue Altersvorsorgedepot einen Quantensprung: Dank großzügiger staatlicher Förderung können sie ab 2027 mit Fonds und ETFs bis zur Rente ein Vermögen aufbauen. Welche neuen Produkte gibt es? Und wie sollte die Anlage in Zeiten globaler Konflikte und technologischer Umbrüche ausgerichtet sein?
Auf dem Vermögensaufbau-Gipfel von Capital und ntv analysieren Ökonomen, Fondsmanager und Politiker die Lage und Aussichten an den Märkten. Sie diskutieren über langfristige Entwicklungen und erklären, wie sich Anleger am besten aufstellen - am 15. Oktober 2026 in Frankfurt am Main oder digital. Hier können Sie sich Tickets sichern.
Dax erholt sich
Es lohnt mal wieder ein Blick auf das Frankfurter Börsenparkett: Der Dax hat seine großen Verluste fast abbauen können. Kurz nach Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent tiefer bei 25.166 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 6244 Zähler.
Geldmarkt verarbeitet Inflationsschocks
Wenig verändert zeigen sich auch die kurzfristigen Sätze am Frankfurter Euro-Geldmarkt. Die Inflationsschocks vom Mittwoch spiegeln sich vor allem in den längerfristigen Terminen wider. Sorgen machen sich Disponenten vor allem über die zahlreichen und hohen Schätzfehler der Volkswirte vor der Veröffentlichung der Daten. Dies deute an, dass auch andere Schätzungen von Konjunktur- und Geldmarkt-relevanten Daten Überraschungen nach sich ziehen. Klar im Fokus stehen nun für Freitag die neuen Verbraucherpreise für die Eurozone.
Tagesgeld: 2,35 - 2,55 (2,35 - 2,55), Wochengeld: 2,39 - 2,63 (2,39 - 2,63), 1-Monats-Geld: 2,50 - 2,65 (2,42 - 2,72), 3-Monats-Geld: 2,47 - 2,78 (2,45 - 2,71), 6-Monats-Geld: 2,93 - 3,08 (2,92 - 3,11), 12-Monats-Geld: 3,24 - 3,41 (3,09 - 3,28), Euribors: 30.09. 29.09. 3 Monate: 2,617 2,617, 6 Monate: 3,074 3,103, 12 Monate: 3,329 3,362
US-Renditen schießen hoch: "Ist das noch normal?"
Der Ausverkauf auf den weltweiten Anleihemärkten geht weiter, die Renditen steigen. Warum das die Gemüter vieler Anleger erhitzt und ob sich da bald eine Abkühlung abzeichnet, erklärt ntv-Börsenexpertin Nancy Lanzendörfer.
Euro rutscht zum US-Dollar ab
Konjunktur- und Inflationssorgen haben den Euro zum ersten Mal seit Mai 2025 unter die Marke von 1,13 US-Dollar gedrückt. Die Gemeinschaftswährung fällt in der Spitze um 0,5 Prozent auf 1,1272 Dollar. Der zuletzt starke Anstieg der Teuerung in der Eurozone unterstreicht laut Börsianern die anhaltende Bedrohung der Weltwirtschaft durch die hohen Energiepreise. "Dieses Wachstumsrisiko schwebt schon lange über dem Euro," sagt Jane Foley von der Rabobank. "Und obwohl die EZB als eine der ersten Zentralbanken der G10 die Zinsen angehoben hat und eine weitere Anhebung erwartet wird, konnte der Euro nicht an Fahrt gewinnen." Die US-Währung ist dagegen weiter im Aufwind. Der Dollar-Index klettert um 0,4 Prozent auf 101,85 Punkte, den höchsten Stand seit Frühjahr 2025.
Schweizer Inflation steigt - Druck auf SNB wächst
Die Schweizer Inflation ist im vergangenen Monat auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen. Grund dafür war der Anstieg der importierten Energiepreise infolge der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Wie das eidgenössische Statistikamt mitteilte, habe die jährliche Inflationsrate im September bei 1,0 Prozent gelegen, nach 0,8 Prozent im Vormonat. Damit habe sie den höchsten Stand seit August 2024 erreicht.
Die Schweizer Nationalbank (SNB) beließ ihren Leitzins vergangene Woche bei 0,00 Prozent. Sie merkte an, dass die Energiepreise die Inflation von nahe null zu Jahresbeginn zwar nach oben getrieben hätten, der mittelfristige Inflationsdruck aber nur geringfügig zugenommen habe. Nach den jüngsten Daten nimmt der Druck auf die SNB aber zu.
Deutsche Industrie wächst im September kräftig
Das Wachstum in der deutschen Industrie hat im September zwar nachgelassen, blieb aber stark. Der von S&P Global in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex sank auf 53,9 von 54,3 Punkten. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 53,8 ermittelt worden. Zudem sind die Unternehmen optimistisch, dass sich diese Entwicklung im kommenden Jahr fortsetzen wird, denn der Geschäftsausblick fiel so positiv aus wie seit Februar nicht mehr.
Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. All das passierte trotz andauernder Lieferverzögerungen und des wieder anziehenden Inflationsdrucks infolge gestiegener Energiepreise.
US-Bondrendite auf höchstem Stand seit 2002
Der Ausverkauf am US-Anleihemarkt geht weiter: Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen klettert auf 5,342 Prozent, den höchsten Stand seit 24 Jahren. Anleger gehen davon aus, dass die Zinsen wegen der hartnäckigen Inflation aufgrund steigender Energiepreise länger auf einem höheren Niveau bleiben werden. Die US-Notenbank Fed hatte ihren Leitzins im September um einen Viertelprozentpunkt auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Auch die Bondrenditen vieler europäischer Staatsanleihen ziehen weiter an.
Raus aus den Schulden: Gerresheimer verkauft Sparten
Gerresheimer hat einen wichtigen Schritt bei seinem Schuldenabbau gemacht. Wie der Hersteller von Pharma-Verpackungen und Injektionssystemen mitteilte, hat er den Verkauf des US-Geschäfts Centor und damit eine von zwei geplanten Transaktionen abgeschlossen. Der Vollzug der Trennung von der Sparte Primary Packaging Plastics soll im ersten Halbjahr 2027 erfolgen.
Gerresheimer hatte Ende Juli den Verkauf der beiden Unternehmensbereiche an Apax Partners angekündigt. Der Kaufpreis basiert auf einem Unternehmenswert der Bereiche von 1,5 Milliarden Euro, wovon etwa die Hälfte auf Centor entfällt. Der Erlös aus dieser ersten Transaktion soll in den Schuldenabbau fließen. Die Verkäufe sind außerdem Teil eines Portfolio-Umbaus.
Silberpreise gehen hoch - dennoch unter Druck
Die Silberpreise steigen im frühen europäischen Handel, befinden sich aber weiterhin im Spannungsfeld zwischen unterstützenden Fundamentaldaten und schwierigen makroökonomischen Bedingungen. Geringere Erwartungen an weitere US-Zinserhöhungen sorgen für eine gewisse Entlastung, während verbesserte chinesische Produktionsdaten auf eine stärkere industrielle Nachfrage aus der Elektronik-, Solar- und Fertigungsindustrie hindeuten, meint Naeem Aslam von Zaye Capital Markets. Erhöhte Renditen von US-Staatsanleihen und ein fester US-Dollar belasten jedoch weiterhin die Edelmetalle. Unterdessen bleibt der physische Markt angespannt, wobei in diesem Jahr das sechste jährliche Angebotsdefizit in Folge erwartet wird. Solarhersteller reduzieren laut Aslam jedoch ihren Verbrauch, da hohe Preise zu mehr Effizienz anregen. Silber-Futures steigen um 0,5 Prozent auf 60,90 US-Dollar je Feinunze.
Unter 25.000er-Marke gerauscht: Dax tiefrot
Der Dax hat seine Verluste ausgebaut und ist weiter nach unten gerauscht. Der deutsche Leitindex sackte bis auf 24.854 Punkte ab - ein Minus von 1,3 Prozent. Damit ist Seitwärtskonsolidierung nach den Worten von Charttechniker Marcel Mußler nach rund zwei Wochen Geschichte. Die nächste Unterstützungszone verlaufe erst bei 24.547 und 24.651 Zählern. Der EuroStoxx50 verlor 1,1 Prozent auf 6198 Stellen.
Lagarde kokettiert mit vorzeitigem Rückzug
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat weiter offengelassen, wann sie sich von der Spitze der Europäischen Zentralbank zurückzieht. Sollte sie ihr Amt vorzeitig niederlegen, dann höchstens um wenige Monate, sagte sie der Zeitung "La Croix". Lagardes Vertrag läuft offiziell bis Ende Oktober 2027, im April sind aber bereits die französischen Präsidentschaftswahlen. Seit Monaten wird spekuliert, Lagarde könnte sich so frühzeitig von der EZB-Spitze zurückziehen, dass über ihre Nachfolge noch der scheidende Präsident Emmanuel Macron mitbestimmen kann. In Umfragen werden der euroskeptischen Rechtspopulistin Marine Le Pen gute Chancen eingeräumt, Macrons Nachfolgerin zu werden.
Lagarde äußerte sich in dem Interview vom Mittwoch auch zurückhaltend zu Überlegungen, selbst bei der französischen Präsidentschaftswahl anzutreten. Das sei "überhaupt keine gute Idee", sagte die 70-Jährige. "Erstens ist da die Frage der Vitalität, der Energie und der Kraft", sagte Lagarde. Zudem erfordere ein solches Engagement unweigerlich Opferbereitschaft.
Nach Traumquartal: Wohin zieht es den Bitcoin?
Der Bitcoin notiert kaum verändert nahe der 83.500-Dollar-Marke, nachdem er eines seiner besten Quartale seit Jahren abgeschlossen hat. Händler analysieren derweil die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten. Dies habe zwar die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober gedämpft und die Renditen zunächst nach unten getrieben, doch ein Großteil dieser Bewegung habe sich wieder umgekehrt. Dies deute darauf hin, dass die Sorgen über Inflation und Verschuldung bestehen blieben, kommentiert Antonio Di Giacomo von XS.com.
Nach der Veröffentlichung der Daten sagte der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, die Inflation sei immer noch zu hoch. Er verwies zudem auf die Aufwärtsrevision des BIP als Zeichen für eine widerstandsfähige Wirtschaft. Hohe Renditen von US-Staatsanleihen bleiben das größte Gegengewicht für den Bitcoin, da sie Anlegern eine Alternative mit regelmäßigen Erträgen bieten. Kurzfristig diene der Bereich um 84.000 US-Dollar als Referenzpunkt, um zu beurteilen, ob sich der Bitcoin nach seinem Rücksetzer stabilisieren könne, erläutert Di Giacomo.
Dax rutscht Richtung 25.000
Der Dax büßt zum Start ins heutige Geschäft erneut ein. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.060 Punkten, nachdem er gestern 0,8 Prozent auf 25.199 Zähler abgegeben und den September mit deutlichen Verlusten beendet hatte. Zwar stützt heute ein unter der 100-Dollar-Marke liegender Brent-Preis. Allerdings bereiten die hohen Renditen auf zehnjährige US-Bonds den Anlegern weiterhin Sorgen.
Chipaktien liefern ab
Die asiatischen Aktienmärkte liegen überwiegend im Plus. Für einen positiven Impuls sorgen niedriger als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten vom Vortag, weil sie die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank dämpfen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Oktober ist weiter gesunken auf rund 38 Prozent.
An den chinesischen Börsen wird wegen des Nationalfeiertags nicht gehandelt. Die Festlandbörsen bleiben bis einschließlich 7. Oktober geschlossen. In Tokio verbessert sich der breite Topix um 0,3 Prozent, der technologielastigere Nikkei macht aber einen Satz um 2,7 Prozent nach oben. Dazu tragen feste Chipaktien bei, nachdem Micron für das erste Quartal einen Umsatz über den Schätzungen der Analysten prognostizierte und damit die Erwartungen bekräftigte, dass die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz den Absatz von Speicherchips weiterhin stützen wird. Der technologielastige Kospi in Seoul legt um 1,1 Prozent zu.
Im Chipsektor geht es in Tokio für Advantest um 7,7 und für Kioxia um 4,4 Prozent nach oben. Tokyo Electron ziehen um 5,6 Prozent an. Softbank Group gewinnen 3,7 Prozent. In Seoul verteuern sich SK Hynix um 2,1 und Samsung Electronics um 2,2 Prozent. In Taipeh liegen TSMC 0,8 Prozent im Plus.
Wirtschaftsexperten halten Tankrabatt für falsch
Renommierte Wirtschaftsinstitute in Deutschland kritisieren den ab heute geltenden Tankrabatt für Autofahrer und -fahrerinnen als falsch. "Dass viele Autofahrer die hohen Spritpreise als große Belastung empfinden, ist nachvollziehbar", teilte etwa der Chef des IFO-Instituts in München, Clemens Fuest, mit. "Der Tankrabatt ist darauf jedoch nicht die richtige Antwort." Er bewirke eine Umverteilung zugunsten der Vielfahrer mit großen Autos.
"Hinzu kommt, dass der Tankrabatt nur begrenzte Wirkung hat. Bei 1.000 Kilometern im Monat und 6 Litern Verbrauch spart man 10 Euro pro Monat." Gesamtwirtschaftlich entstünden aber mit 2,5 Milliarden Euro spürbare Kosten. Dieses Geld könne besser eingesetzt werden, teilte Fuest weiter mit.
Ähnlich äußerte sich auch Experte Tomaso Duso vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): "Am meisten profitieren diejenigen, die viel und mit großen Autos fahren - in der Regel Haushalte mit höheren Einkommen", teilte er mit. "Haushalte ohne Auto erhalten keine Entlastung und müssen die Maßnahme mitfinanzieren."
Deutschland bei KI-Agenten in der Spitzengruppe
Beschäftigte in Deutschland gehören beim Einsatz autonomer Künstlicher Intelligenz zur weltweiten Spitzengruppe und liegen unter den führenden Industrienationen nur hinter den USA: Fast jeder zweite Arbeitnehmer hierzulande (49 Prozent) nutzt im Berufsalltag bereits sogenannte KI-Agenten, wie aus dem "Work Relationship Index 2026" des Technologiekonzerns HP hervorgeht. Gleichzeitig blicken die hiesigen Beschäftigten dem Umbruch jedoch mit wachsender Furcht vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes entgegen.
Im Gegensatz zu klassischen generativen Chatbots führen KI-Agenten eigenständig komplexe Aufgabenketten aus und treffen betriebliche Entscheidungen. Über alle Büroarbeitsplätze hinweg setzen 45 Prozent der Beschäftigten solche Systeme ein. In den Führungsetagen und der IT gehört die Technologie längst zum Alltag: Bei IT-Entscheidern liegt der Anteil bei 64 Prozent, unter Führungskräften bei 63 Prozent. Insgesamt stieg die regelmäßige Nutzung von KI-Werkzeugen, die von Arbeitgebern bereitgestellt werden, binnen eines Jahres von 32 auf 49 Prozent.
Wie groß sind die Inflationsängste der Deutschen?
Die R+V Versicherung stellt zum 35. Mal ihre Studie "Ängste der Deutschen" vor. Die Umfrage unter rund 2400 Personen wird seit 1992 veröffentlicht und untersucht, wo den Menschen am meisten der Schuh drückt. Im vergangenen Jahr waren steigende Preise erneut die größte Sorge der Bevölkerung in Deutschland. Die Teuerung dürfte auch weiter eine große Rolle spielen - denn die Inflationsrate in Deutschland stieg im September auf 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2023.
Brent kostet weniger als 100 Dollar
Am Rohstoffmarkt verzeichnen die Ölpreise einen leichten Rückgang. So verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 97,69 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,5 Prozent schwächer bei 89,95 Dollar.
"Sorgen um Kapitalkosten sind nicht verschwunden"
Die Hoffnung auf eine Zinspause in den USA hellt die Stimmung an den asiatischen Börsen nur leicht auf. Daten vom Mittwoch hatten gezeigt, dass die US-Inflation im August weniger stark gestiegen war als erwartet. Dies verringerte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank Fed noch im Oktober. Gleichzeitig halten sich Anleger wegen der auf Mehrjahreshochs notierenden Anleiherenditen und der hohen Ölpreise zurück.
In Tokio legt der Nikkei-Index 2,4 Prozent zu, wobei vor allem Chip-Werte nach den starken Zahlen des US-Konzerns Micron gefragt sind. Die Börsen in Südkorea zeigen sich dagegen kaum verändert, während die Märkte in Shanghai feiertagsbedingt geschlossen bleiben. "Die schwächeren US-Daten haben den Druck von den Fed-Erwartungen und den kurzfristigen Renditen genommen, aber die Sorge um die Kapitalkosten ist nicht wirklich verschwunden, da die langfristigen Renditen hoch bleiben", sagt Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo.
Das ist los im frühen Devisenhandel
Am Devisenmarkt gewinnt der Dollar 0,5 Prozent auf 158,16 Yen und legt zum chinesischen Yuan leicht auf 6,7045 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8360 Franken vor. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1325 Dollar und zieht leicht auf 0,9467 Franken an.
Gewinn verelffacht: Chip-Riese liefert Rekord
Die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherchips hat Micron zu einem weiteren Rekordquartal verholfen. "Für das Geschäftsjahr 2026/2027 erwarten wir noch bessere Ergebnisse", sagte Sanjay Mehrotra, der Chef des Halbleiter-Herstellers. "Wir stocken unsere Investitionen in Technologie, Produkte und Fertigung auf."
Das Unternehmen verfünffachte seinen Umsatz in den vergangenen drei Monaten auf 54,23 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn verelffachte sich auf 33,42 Dollar je Aktie. Für das angelaufene erste Quartal 2026/2027 stellte Micron Erlöse von 60 bis 63 Milliarden Dollar und einen Überschuss zwischen 37,15 und 39,15 Dollar je Aktie in Aussicht. Alle diese Kennzahlen lagen deutlich über den Markterwartungen.
"Diese hervorragenden Geschäftszahlen und Prognosen dürften allen Zweiflern an der Nachhaltigkeit des KI-Ausbaus endgültig den Wind aus den Segeln nehmen", sagte Bob O’Donnell, Chefanalyst beim Research-Haus TECHnalysis. Micron-Aktien lagen im nachbörslichen Handel an der Wall Street ein knappes halbes Prozent im Plus. Sie haben ihren Wert binnen eines Jahres nahezu versechsfacht und damit die Papiere der südkoreanischen Konkurrenten Samsung und SK Hynix deutlich hinter sich gelassen.
Kommt nun wieder "Swoosh" in den Markt?
Der statistisch schlechteste Börsenmonat des Jahres liegt hinter den Anlegern. Der Dax büßte mehr als vier Prozent ein. Gestern schloss er noch einmal 0,8 Prozent tiefer mit einem Stand von 25.199 Punkten. Vor allem die sehr hohen Inflationsdaten aus Europa haben schockiert. Der von US-Präsident Donald Trump gestartete Krieg gegen den Iran und die folgende Ölpreis-Explosion fressen sich immer stärker in die Kostenstrukturen von Europas Wirtschaft. Die EU warnt nun vor "sehr hohen" Energiekosten auch im Winter, das IFO-Institut stellt fest, dass sich immer mehr Zweitrunden-Effekte der Inflation zeigen.
Auch deshalb greift seit heute erneut ein Tankrabatt. Er soll für drei Monate bis Ende Dezember die Preise für Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter drücken. Sie sind zuletzt wegen der Folgen des Nahost-Krieges auf Öllieferungen vom Persischen Golf deutlich nach oben geschossen. Beim vorherigen Tankrabatt im Mai und Juni dauerte es Tage, bis die Preise spürbar sanken. Dem Kartellamt zufolge wurden damals insgesamt rund 80 Prozent an die Konsumenten weitergereicht. Verbraucherschützer fordern, dass der Rabatt dieses Mal komplett den Autofahrern zugutekommen muss. Ökonomen kritisieren eine Entlastung per Gießkanne, die nicht zielgenau und zudem teuer ist. Der jetzige Tankrabatt dürfte Bund und Länder zusammen rund 2,5 Milliarden Euro kosten.
Unternehmensseitig wird es sportlich und die Anleger gehen der Frage nach: Wie schnell kommt der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike aus der Krise? Anleger erhoffen sich dazu weitere Fingerzeige, wenn Nike nach Börsenschluss seine Zahlen für das erste Quartal 2026/27 vorlegt. Fast zwei Jahre ist es her, dass Elliott Hill mit der Erwartung angetreten ist, das Ruder herumzureißen. Aber immer noch ist zu viel Ware in den Regalen, als dass die Hersteller um hohe Rabatte herumkommen würden - es sei denn, die Schuhe und Textilien sind so begehrt wie die des Erzrivalen Adidas.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.











